Jetzt müssen Ideen her

Wie das Vermessungsamt von vorne, vom Karlsplatz aus, aussieht, ist bekannt - seine Rückansicht dagegen weniger. Einmal mehr war das leerstehende Gebäude in der Mai-Sitzung Thema im Stadtrat. Bild: rn

Es ist ein Gebäude, das das Stadtbild prägt - und es steht leer: das ehemalige Vermessungsamt ganz oben am Karlsplatz. Die Überlegungen zu seiner künftigen Nutzung gehen in die nächste Runde: "Jeder sammelt und dann treffen wir uns wieder", gab der Stadtrat als Motto aus.

"Vor der Erteilung eines Planungsauftrags für ein Nutzungskonzept sollen sich die Fraktionen Gedanken machen und dann ihre Ideen vortragen", lautete der entsprechende Vorschlag von Bürgermeister Peter Lehr in der Mai-Sitzung des Gremiums. Darin stand ein Antrag der CSU auf Erteilung eines Planungsauftrags auf der Tagesordnung. Vorausgegangen war Anfang April eine Besichtigung des Gebäudes durch den Stadtrat.

CSU-Fraktionssprecher Marcus Gradl argumentierte, dass der Mietvertrag für das neben dem Rathaus untergebrachte Einwohnermeldeamt 2018 auslaufe. Es liege daher nahe, das Vermessungsamt, das ein zentrales Gebäude in der Innenstadt darstelle, nach kleinen Baumaßnahmen für städtische Zwecke zu nutzen. Mit Mitteln der Städtebauförderung könnte eine Wiederbelebung erreicht werden. Gradl schlug zudem vor, das Nebengebäude als Jugendtreff zu nutzen. Um die Stadt vorwärts zu bringen, beantragte er, ein Nutzungskonzept in Auftrag zu geben.

"Über den Mietvertrag für die im Anwesen Karlsplatz 3 genutzten Räume entscheidet die Verwaltungsgemeinschaft", gab Bürgermeister Peter Lehr (SPD) zu bedenken. Er teilte mit, dass für Rathausverlagerungen und -neubauten keine Fördermittel zur Verfügung stünden und Mieteinnahmen aus dem übernommenen Vermessungsamt von Städtebaufördermitteln abgezogen werden.

Furcht vor Umbaukosten

Zur Zukunft des Vermessungsamts entwickelte sich eine rege Aussprache. Udo Müller (SPD) forderte, das Gebäude "nicht aus der Hand zu geben". Er konnte sich darin Sprechtage des Landratsamts und von Sozialverbänden vorstellen.

Mögliche Umbaukosten mit einem Volumen von bis zu drei Millionen Euro befürchtete Matthias Haberberger (SPD). Er hielt andere Vorhaben zur Schaffung von Arbeitsplätzen für vorrangig. Fritz Betzl (SPD) sah bei einer Verlegung von Diensträumen der Verwaltungsgemeinschaft ein Ende der kurzen Wege gekommen. Zudem würden Leerstände nur verlagert. Eine Umsiedlung sei in der kurzen Zeit bis 2018 ohnehin nicht zu bewerkstelligen. Der Fraktionssprecher dachte eher an eine Nutzung des Vermessungsamts durch BRK und Musikschule.

Zum finanziellen Aspekt erinnerte Betzl an die Haushaltsgespräche, in denen es ein Anliegen der CSU gewesen sei, "mit Geldern sorgsam umzugehen". Daher sollten in Ruhe im kleinen Kreis Möglichkeiten ausgelotet werden.

Für gut hielt dritter Bürgermeister Klaus Lehl (CSU) die Anregung Gradls. Er hielt es für bedenklich, wenn das Vermessungsamt irgendwann zum Verkauf stehe und die Stadt zwar ein Vorkaufsrecht, jedoch kein Nutzungskonzept habe. Es gelte daher, die im Zuge des Stadtentwicklungsprogrammes eingebrachten Vorschläge umzusetzen.

"Sollten vorbereitet sein"

Für Hubert Schug (CSU) ist das Vermessungsamt neben dem Rathaus das prägendste Gebäude der Innenstadt. Daher sein Appell: "Im Falle der Inanspruchnahme des Vorkaufsrechts sollten wir vorbereitet sein." Die Beiträge von Willi Trummer (Freie Wähler), Dr. Sabine Schultes (CSU) und zweitem Bürgermeister Karl Lorenz (Freie Wähler) hatten alle den gleichen Inhalt: "Jeder sammelt und wir treffen uns wieder."
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.