Jodelei in europäischer Einheit

Vier verschiedene Chöre, darunter der Multi-Chor, und zwei Musikensembles gestalteten in der Steiermark einen unvergesslichen Abend. Bild: hfz

"Hui! Di-ri-ei-ho-di-ri-e-ho" - so schmetterte der MultiChor der Städtischen Sing- und Musikschule im Geburtsort seines "Chäffs" Franz-Xaver Reinprecht. Die Gemeinschaft hatte sich auf die lange Fahrt begeben, um mit Gleichgesinnten zu musizieren und feiern.

Und das rührte die Gastgeber der Sängerrunde Adriach, die zum Jubiläumskonzert anlässlich ihres 35-jährigen Bestehens die Sänger aus Bayern eingeladen hatten. Aber ganz besonders ergriffen war die Schwester von Franz Zöhrer, dem bereits verstorbenen Komponisten des Steierischen Jodlers, von der Darbietung der Multis. Wobei man anmerken muss, dass die Jodelei von dem eigentlichen Repertoire des Chores - nämlich afrikanischen Rhythmen wie Yaganaka, dem türkisch-kurdischen Lied Malan Bakir oder auch dem Sicut locutus von Bach - weit übertroffen wurde.

Stilvoll in Tracht

An diesem Abend kamen vier verschiedene Chöre und zwei Musikerensembles zusammen, um miteinander zu feiern und mit Freude, schöner Götterfunken den Gedanken der europäischen Einheit musikalisch auszudrücken. Stilvoll in einheimischer Tracht führten die Steirer vor allem mit alpenländischen Klängen durch den Abend. Für den Multi-Chor war das aber kein Grund, dem Programm, auch durch kurzfristige Änderungen der Lieder-Reihenfolge, nicht die nötige witzige Auflockerung zu verpassen.

Allein der Moderator Robert Rabensteiner konnte es kaum fassen, dass sich Franz-Xaver Reinprecht eher auf seine Intuition als auf den festgelegten Ablauf verließ. Und so schaffte er es, "Schützlinge" und Publikum zum Lachen zu bringen.

Ein Jahr zuvor waren die Österreicher unter Leitung von Helge Mayr zu Gast in Sulzbach-Rosenberg. In einem gemeinsamen Konzert wurde damals nicht nur die gesangliche Einheit, sondern auch die menschliche Verbundenheit gefestigt. Locker spielten die Gruppe Rosenholz und die Sängerrundemusi eingängige Stücke auf typischen Instrumenten wie der Ziehharmonika und auch dem Alphorn.

Sogar Country dabei

Der Männergesangsverein Hitzendorf schaffte in orangen Poloshirts nicht nur Treffer fürs Auge, sondern auch durch ein Countrymedley ("Bonanza") für die Ohren.

Zum Abschluss gaben alle Beteiligten ihr Bestes bei Sierra Madre, und auch wenn diese Liedauswahl nicht unbedingt aller Geschmack traf, so wurde sie dennoch vom Publikum mit Begeisterung und den unvermeidlichen Feuerzeugen honoriert.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.