Johann Kreckl über steuerliche Änderungen für Landwirte - Mehr Beratung
Einschnitte ab Jahresmitte

Johann Kreckl. Bild: stg
Kemnath. (stg) Beim Bayerischen Bauernverband (BBV) ging es ums Geld. Um davon möglichst wenig einzubüßen, riet Johann Kreckl den Landwirten, bei der Erbschaftssteuer und beim Mindestlohn eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Kreisobmann Ely Eibisch hatte für die Informationsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes im Kormann-Saal Steuerberater Johann Kreckl als Referenten eingeladen. Der Mitarbeiter vom BBV-Beratungsdienst erklärte zunächst, dass es laut Einkommensteuergesetz bei der Gewinnermittlung für Betriebe unter 20 Hektar Nutzfläche ab dem Juli 2015 erhebliche Einschnitte gebe. So könnten Pachtausgaben und Schuldzinsen nicht mehr gewinnmindernd geltend gemacht werden. Auch Einnahmen aus Dienstleistungen für andere Landwirte werden zuschlagspflichtig sein. Ab 25 Vieheinheiten werde ein Zuschlag von 300 Euro je Vieheinheit erhoben und zum Gewinn hinzugerechnet.

Bei einer Teichwirtschaft mit mehr als 1,6 Hektar darf der Gewinn nicht mehr nach Durchschnittssätzen berechnet werden. Zudem muss jeder Betrieb, der diese Gewinnermittlung nutzt, ein Anlagenverzeichnis beifügen, in dem Grundstücke, Gebäude und Maschinen enthalten sind. Maschinenverkäufe über 15 000 Euro müssen ebenfalls mit erfasst werden. "Durch die Neuregelungen gibt es erheblichen Beratungsbedarf", meinte Kreckl.

Das gelte auch beim Mindestlohn: Probleme beim MiFa (Mitarbeitender Familienangehöriger) und aufwendige Aufzeichnungspflichten seien zu erwarten. Der Mindestlohn in der Landwirtschaft betrage 7,40 Euro. Bei fehlerhaften Aufzeichnungen drohten hohe Strafen durch die Zollbehörde. "Der Bauernverband kämpft gegen diese bürokratischen Auflagen, die bei dem typischen Familienbetrieb einfach nicht passen", sagte Kreckl. Probleme gibt es auch bei Lohnunternehmern und anderen Gewerbetreibenden: Werde kein Mindestlohn bezahlt, gebe es keine Berücksichtigung mehr als Betriebsausgaben in der Buchführung. In der Folge werde es zu mehr Gründungen von Gesellschaften des bürgerlichen Rechts kommen.

Neuregelung bis Juni 2016

Das Bundesverfassungsgericht habe das Erbschaftsteuergesetz teilweise für verfassungswidrig erklärt. Betriebsvermögen sei im Erbfall besser gestellt als Privatvermögen. Der Gesetzgeber müsse die Neuregelung des Gesetzes bis 30. Juni 2016 in Kraft setzen. "Handlungs- und Beratungsbedarf gibt es bei Hofübergaben, insbesondere wenn der Betrieb bereits verpachtet ist."
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