Johann Spörrers Vortrag beim Katholischen Landvolk verbindet Geografie und Heimatgeschichte
Per Film und Foto entlang der Fichtelnaab

Nicht nur Edeltraud Hey war beeindruckt von Johann Spörrers spannendem Fichtelnaab-Mosaik. Bild: bjp
Nur 42 Kilometer durchmisst sie auf ihrem Weg vom Fichtelgebirge bis nach Windischeschenbach: Und doch ist die Fichtelnaab mehr als ein idyllischer Bach. "Lebensquell einer Region" nannte Johann Spörrer beim "Ausbuttern" des Katholischen Landvolks den drittlängsten Quellfluss der Naab. Und mit einer in gut einjähriger Arbeit zusammengestellten Collage aus Fakten, Fotos und Filmsequenzen belegte er, dass diese Bezeichnung nicht zu hoch gegriffen ist.

"Im Vorübergehen" porträtierte der Pullenreuther nicht nur Landschaft und Natur zwischen Ochsenkopf und Waldnaabtal, sondern erinnerte auch an die große Zeit der Nordoberpfalz als "Ruhrgebiet des Mittelalters". Ab dem 14. Jahrhundert habe sich längs der Fichtelnaab ein Eisenhammer an den anderen gereiht. Im 18. und 19. Jahrhundert folgte der Niedergang: "Eine Notzeit zwang viele Menschen zum Wegzug oder zur Auswanderung." Langsam ersetzten neue Betriebe die alten: Mühlen, Sägewerke, Glasschleifen und Pappfabriken, die Ebnather Bürstenfabrikation, die Porzellanfabriken von Selingau, Erbendorf und Krummennaab und etliche andere Unternehmen.

Viele der neuen Betriebe hätten die Fichtelnaab als Energiequelle genutzt. "23 Wasserkraftwerke erzeugen noch heute Strom." Nicht nur wirtschaftlich, auch kulturell gebe es Interessantes zu entdecken. Beispielhaft verwies er auf den in Brand geborenen Komponisten Max Reger sowie auf das seit dem 17. Jahrhundert bestehende "simultane" Nebeneinander von Katholizismus und Luthertum. Obendrein hätten der Komponist Christoph Willibald Gluck und Friedrich von Schiller Erbendorfer Vorfahren gehabt.

Untergegangen seien die Fichtelberger und Erbendorfer Lokalbahnen, während die Strecke Kirchenlaibach-Marktredwitz auf dem 161 Meter langen Riglasreuther Viadukt - "einer technischen Meisterleistung" - weiterhin die Fichtelnaab quert. Mit den Worten "Grüß mir die Donau und das Schwarze Meer" verabschiedete Johann Spörrer den Fluss an seiner Mündung in die Waldnaab. Mit Beifall dankten die gut 50 Zuhörer im Schützenheim. Landvolk-Managerin Edeltraud Hey überreichte dem Referenten ein Präsent sowie Geld, das Spörrer der Hilfsaktion "Lichtblicke" spenden will. Anschließend wandten sich die Besucher den "leiblichen Genüssen" zu: Getreu dem Motto "Ausbuttern" gab es Pellkartoffeln, Quark, frisches Brot und Buttermilch.
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