Johannes Bradtka über Förderrichtlinien für Waldbauern
Für Setzlinge und Saat

Johannes Bradtka. Bild: ak
Um Geld ging es in der Gebietsversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath in Ölbrunn. Der forstliche Berater des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Johannes Bradtka, zeigte den Waldbauern die Grundsätze des Waldförderprogramms 2014, mögliche Maßnahmen und die Höhe der staatlichen Zuwendungen für Investitionen in den Waldbestand auf.

"Gefördert wird die Pflanzung oder Saat von Laub- oder Mischbeständen bei der Erst- und Wiederaufforstung und Nachbesserung im Waldbestand", erklärte der Referent. Davon ausgeschlossen seien Weihnachtsbaum-, Schmuckreisig- oder Kurzumtriebskulturen. Die Grundförderbeträge im Laubholzbestand liegen bei vollem Laubbaum-, Tannen- oder Eibenbestand bei 1,35 Euro und bei Wiederaufforstung 1,10 Euro pro Stück. Im Mischbestand mit mindestens 30 Prozent Laubholz seien dies 1,25 und 0,85 Euro pro Setzling. Für Saaten werden 50 Prozent der Kosten übernommen.

Vorgesehen sind auch Förderzuschläge in Höhe von 20 Prozent bei Klimarisiko und Kleinprivatwald. Zertifizierte Pflanzen werden mit 0,04 bis 0,06 Euro, Ballenpflanzen mit 0,30, Großpflanzen mit 0,15 Euro pro Stück gefördert. Weitere Zuschüsse gibt es für Markierungsstäbe, Wuchshüllen, kulturhinderliche Flora, einer Bestockung von jünger als 15 Jahren und bei Schäden nach Naturkatastrophen.

Einen großen Vorteil bei der Neupflanzung haben Wuchshüllen. Sie garantieren besonders bei kleinen Pflanzen hohen Anwuchserfolg, gesteigertes Höhenwachstum, Verbiss- und Fegeschutz sowie guten Schutz vor Mäusefraß und Konkurrenzflora wie Brombeere und Adlerfarn. Bei einem Preis von zwei bis fünf Euro seien sie jedoch nur bei kleineren Pflanzflächen wirtschaftlich", schränkte Bradtka ein.

Zuschussvoraussetzung sei die Pflanzung von mindestens 2000 Jungbäumen pro Hektar. Es gelte eine Bindefrist von fünf Jahren. Für die Naturverjüngung sei ein Zuschuss von 1100 Euro pro Hektar bei Laubholz und 1000 Euro pro Hektar für Mischbestand zuzüglich je 20 Prozent Klima- und Kleinprivatwaldzuschlag zu erwarten. Geld gebe es zudem für die Jungbestandpflege durch Schaffung klimatoleranter Mischbestände und zur Stabilitätsverbesserung. Dies treffe auf alle Baumbestände, den Erhalt von Weichlaubholz und für mechanische Eingriffe zu. Die Grundförderung dafür beträgt 400 Euro je Hektar.

Zuerst mit Berater sprechen

Voraussetzung für eine Förderung ist ein Beratungstermin mit dem forstlichen Berater. Ist der Antrag bewilligt, kann unter Einhaltung der Förderfrist mit der Pflanzung oder Pflegemaßnahme begonnen werden. Die Fertigstellung und etwaige Änderungen sind der Bewilligungsbehörde anzuzeigen. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Zuschuss, eine Mehrfachförderung ist ausgeschlossen. Dies gilt auch für begonnene Maßnahmen.
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