Johanniter schließen die Lücke

Erstmals Vertragspartner: Für den Rettungszweckverband unterzeichneten Landrat Thomas Ebeling (links) und Ambergs OB Michael Cerny (rechts) die Vereinbarung über den Betrieb der Rettungswache mit Johanniter-Regionalleiter Martin Steinkirchner. Bild: Huber

Das BRK ist nicht mehr alleiniger Betreiber der Rettungswachen im Landkreis. Mit der Ausweisung eines weiteren Standortes in Schwandorf-Lindenlohe kommt erstmals auch die Johanniter Unfallhilfe (JUH) zum Zuge.

Schwandorf/Amberg. (zm) Die Vertragsunterzeichnung im Amtszimmer des Amberger Oberbürgermeisters Michael Cerny (CSU) setzte am Montag den 1. Oktober als Starttermin fest. Als Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Amberg (ZRF) ging der OB kurz auf das öffentliche Ausschreibungsverfahren ein und sprach von einem Zuschlag für das "wirtschaftlichste Angebot".

ZRF-Geschäftsleiter Andreas Dommer charakterisierte die Aufstockung von sechs auf sieben Rettungswachen im Landkreis Schwandorf als eine Notwendigkeit nach dem Rettungsdienstgesetz. So habe sich für den Bereich nördlich und nordwestlich der Großen Kreisstadt eine Versorgungslücke aufgetan, wenn der vorhandene Einsatzwagen unterwegs ist. Diese sogenannte Duplizität von Ereignissen habe eine vorgegebene Bedarfsschwelle überschritten.

Auch Landrat Thomas Ebeling (CSU), zugleich stellvertretender ZRF-Vorsitzender, setzte seinen Namenszug unter den Vertrag. Er freue sich "auf die erstmalige Zusammenarbeit" mit den Johannitern, kommentierte er die Entwicklung. Sie diene der Optimierung der Versorgung in der Fläche. Johanniter-Regionalleiter Martin Steinkirchner sieht mit diesem Erfolg eine seit Jahren betriebene Aufbauarbeit belohnt. In Schwandorf und Schwarzenfeld habe sich sein Verband mit Ortsgruppen fest etablieren können und nun die Chance bekommen, "in den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst" einzusteigen.

Die künftige Rettungswache wird provisorisch erst einmal von Schwarzenfeld aus bedient. Einsatzbereit ist sie von 9 bis 21 Uhr, das entspricht vier hauptamtlichen und einer nicht näher bezifferbaren Anzahl von ehrenamtlichen Kräften. Die eigentliche Wache wird im unmittelbaren Umfeld der Asklepios Orthopädischen Klinik Lindenlohe angesiedelt sein, muss aber erst noch gebaut werden. Das bedeute aber nicht, dass Notfall- oder Unfallpatienten bevorzugt dorthin gebracht würden, betonten die Vertragsunterzeichner.
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