JU-Kreisverband auf "Kul-Tour" in Synagoge Floß
Blütezeit 1845

Floß. (bgm) 1684 kamen die ersten vier jüdischen Familien nach Floß. 28 Jahre später waren es schon acht. Sie errichteten 1719 die erste Synagoge aus Holz. Die Blütezeit der jüdischen Gemeinde liegt um 1845, als 72 jüdische Familien gezählt wurden.

Die heutige Synagoge ließen die Gemeindemitglieder von 1815 bis 1817 erbauen. Auffällig daran: Der Thoraschrein erinnert an einen christlichen Hochaltar. "Der Freiherr von Lichtenstern wollte das so", erklärte Anton Eismann einer Gruppe des JU-Kreisverbandes, die auf ihrer "JU-Kul-Tour" seit zwei Jahren Besonderheiten des Landkreises besichtigt.

Auch vom jüdischen Friedhof berichtete Eismann. 1892 wollte ihn die jüdische Gemeinde letztmalig vergrößern. Der Grundeigentümer verlangte einen völlig überzogenen Preis. Ein Gericht entschied, dass der Eigentümer den Grund statt für 1000 Gulden für 60 Gulden verkaufen muss. Das wiederum war der jüdischen Gemeinde unangenehm und sie zahlte freiwillig 150 Gulden, um das Verhältnis zu dem einflussreichen Verkäufer nicht zu zerrütten. "Zur Flosser Gemeinde gehört einfach auch diese jüdische Gemeinde, die 260 Jahre hier war", ist Eismann überzeugt.
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