Jubiläumsfest, Fahrzeugweihe und Ärger mit den Fuhrpark bringen Wehr an die Belastungsgrenze
Jahr 2014 schlaucht die Brandschützer

Das vergangene Jahr hatte es in sich für die Punreuther Wehr. Kommandant Gerhard Popp (stehend) nahm es gelassen, er wünschte sich aber für die kommenden Monate weniger Stress. Bild: bkr
Punreuth. (bkr) Es kommt oft anders als man denkt. Vergeblich hoffte die Feuerwehr auf eine ruhige zweite Jahreshälfte. Nach dem 125. Gründungsfest mit Fahrzeugweihe im Mai wollten die Brandschützer nach zweijähriger Vorbereitung die Hände in den Schoß legen. Doch die Feuerwehrdamen (Kasten) und die Feuerwehrfahrzeuge durchkreuzten die Pläne.

Das Jubiläum selbst sei fast mit einem Flop gestartet, berichtete Vorsitzender Markus Schmid am Samstag in der Jahreshauptversammlung. Nur eine Stunde später als geplant sei Band "Lipstick" aufgetreten, doch im Internet hatte sich bereits verbreitet: "In Plößberg ist nichts los." Die "Münchner Zwietracht" machte am Abend drauf alles wieder wett. Erleichtert schloss Kassenführerin Sabine Busch am Jahresende dann ihre Bücher mit einem leichten Plus.

"Batterien kochten"

Am Montagnachmittag nach dem Fest war alles verräumt. Das neu gesegnete Einsatzfahrzeug stand in der Garage, es fing jedoch an zu "bocken". "Die Batterien kochten ständig, und das neue Fahrzeug fiel aus", berichtete Kommandant Gerhard Popp. Unzählige Telefongespräche mit dem Lieferanten, Ausrüster, Autohersteller und Hersteller des Batterieladegerätes nervten. Jeder schob die Schuld auf den anderen. Nach Wochen stellte sich heraus, dass das Ladegerät falsch programmiert war.

Auf einmal ohne Bus

Keine gute Prognose stellte später der TÜV dem Feuerwehrbus aus. Er bekam zwar sein Papperl, aber die Wehr auch den guten Rat, doch Ausschau nach Ersatz zu halten. Die Wehr machte sich auf die Suche und wurde fündig. Bis der Vorstand über die Anschaffung entscheiden konnte, waren sowohl das eigene als auch das bereits ausgesuchte Einsatzfahrzeug verkauft. Rettung kam aus den neuen Bundesländern. Dort erwarb die Wehr einen gepflegten VW-Bus.

Zwei Wochen bauten und lackierten ihn die Mitglieder um. Der TÜV bescheinigte: "Sagenhaft gute Arbeit". Vor dem Gerätehaus in Plößberg stand der Bus im Freien. Für ein selbst gezimmertes Carport musste das Gelände eingeebnet und gepflastert werden. Die Restarbeiten am Unterstellplatzes mit Anbau werden dieses Jahr angeschlossen.

Schließlich wurde mit dem neuen TSF-W die Wehr mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Kommandant Gerhard Popp hatte zwei Aktive zum Atemschutzlehrgang angemeldet, am Ende waren es aber neun. Sie hatten ihren ersten Einsatz beim Dachwohnungsbrand in Ölbrunn. Mit der Wehr aus Brand nahmen sie den Innenangriff vor. "Wenn sie nicht so schnell reagiert hätten und rein gegangen wären, wäre der Brand nicht so glimpflich ausgegangen", stellte der Kommandant fest. Er sagte auch: "2015 muss es ruhiger werden."

Zumindest steht neben den planmäßigen Übungen und Unterrichtsstunden zurzeit nur das Leistungsabzeichen Löschwassereinsatz im Terminkalender. Wenn möglich folgen das Leistungsabzeichen der Technischen Hilfeleistung und ein Erste-Hilfe-Kurs.
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