Jubiläumswalzer für Malkreis

Blumen gab es für Anni Rößler, die "Mutter" des Malkreises. Ihren Einsatz würdigten (von links) Hans Günther Pietschmann, Bürgermeister Roland Grillmeier und Hartmut Zimmermann. Bild: jr

"Wenn die Farbe aufgetragen ist, gibt es nichts mehr zu korrigieren. Das ist der Reiz der Aquarellmalerei." Hans Günther Pietschmann verriet bei der Eröffnung der 36. Ausstellung des Mitterteicher Malkreises auch, was die Mitglieder nach der Motivauswahl in Leonberg so fasziniert hat.

Am Samstagvormittag wurde die Ausstellung im 25. Jahr des Bestehens des Malkreises im Kellnerhaus eröffnet. Zu sehen sind die 71 Werke und 40 Bilder der Kindergruppe noch bis zum zweiten Adventssonntag am 7. Dezember. Musikalisch wurde die Vernissage von Helmut Schreier umrahmt, der sogar einen eigenen Jubiläumswalzer komponiert hatte.

Im Namen der ausstellenden 19 Künstler hieß Hartmut Zimmermann die Gäste willkommen. "25 Jahre sind eine lange Zeit. Blickt man freilich zurück, ist sie vergangen wie ein Wischer", meinte er. 1989 fanden sich 7 Künstler zusammen und beschlossen, mit ihren Arbeiten an die Öffentlichkeit zu gehen. Als Gründer war damals Erwin Dick mit von der Partie, der schon verstorben ist. Zimmermann betonte, dass sich im Lauf der Jahre ein über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Malkreis entwickelt habe, der sich auch rege um die Förderung des Maltalents von Kindern bemühe.

Besonderer Dank für die Arbeit mit den Kindern galt Isolde Frank, Ingeborg Sill, Nicole Schuller und Anni Rößler. Dem künstlerischen Leiter Hans Günther Pietschmann überreichten die Mitglieder ein Geschenk. Blumen gab es für Gründungsmitglied Anni Rößler - schließlich ist sie es, die den Zusammenhalt des Malkreises fördert und mit viel persönlichem Einsatz die Aktivitäten der Gruppe bereichert.

Hans Günther Pietschmann räumte zunächst mit einem Vorurteil auf, wonach sich Aquarelle in der Malkunst hinter Ölgemälden verstecken müssten. "Ich sage euch, das Gegenteil ist der Fall. Aquarelle und Landschaftsbilder haben eine ganz besondere Affinität zueinander. Zu einem Aquarell brauchen Sie einen Malkasten, Pinsel und Wasser, und schon kann das Kunstwerk entstehen."

Pietschmann erinnerte daran, dass der Malkreis seinen künstlerischen Schwerpunkt dieses Jahr auf Leonberg gerichtet und dort im Freien Motive eingefangen hat. "Jeder Maler fand dabei sein eigenes Motiv, kein Bild gleicht dem anderen." Von der Malerei in Leonberg seien die Künstler begeistert gewesen: "Ständig wechselte das Licht, um das Objekt in völlig neuem Bild erscheinen zu lassen. Auch dies hat seinen Reiz." Und noch eines schrieb er den Hobbykünstlern ins Stammbuch: "Bei der Aquarellmalerei gibt es die Farbe Weiß nicht, weiß ist das Papier."

Bürgermeister Roland Grillmeier freute sich über tolle Werke mit vielen Eindrücken, die zu Papier gebracht wurden. Sein Glückwunsch galt dem Malkreis zum 25. Geburtstag. Die Kunst bleibe im Gedächtnis, vor allem bei Motiven aus der Heimat. Er erinnerte an den Gründer des Malkreises: "Ein Bild von Erwin Dick hängt bei mir im Rathaus." Zudem befinde sich eine Vielzahl von Bildern der Mitglieder in den Büro- und Verwaltungsräumen. Grillmeier sprach von einer wunderbaren Jubiläumsausstellung, das Kellnerhaus biete den passenden Rahmen.

"Unser Malkreis bereichert die Stadt kreativ", dankte Grillmeier auch für die Arbeit mit den Kindern. Besonders bewunderte er an den Künstlern ihre Ruhe und Gelassenheit, die freilich auch nötig sei, wenn das Werk gelingen solle. Um die Kosten der vorweihnachtlichen Ausstellung zu decken, gab es eine Spende der Stadt. Mit einem Rundgang und einem Sektumtrunk wurde die Schau offiziell eröffnet.
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