Jugendtreff kommt - auf Probe

Im Obergeschoss des ehemaligen Feuerwehrhauses wird im September ein Jugendtreff probeweise seine Arbeit aufnehmen. Die Stadträte gaben dafür - bei einer Gegenstimme - grünes Licht. Den Betreuer des Treffs wird die Firma VEZ aus Zessau stellen. Bild: rn

Neue Nutzung fürs alte Feuerwehrhaus: Von September 2015 bis Mai 2016 soll in Teilen des Gebäudes probeweise ein Jugendtreff untergebracht werden. Dies hat der Stadtrat in seiner Mai-Sitzung beschlossen. Der Treffpunkt für junge Leute soll im bisherigen Schulungs- und Aufenthaltsraum sowie in einem Lagerraum entstehen.

Der Anstoß dazu kam im Zuge der Vorbereitungen für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept vom Arbeitskreis Jugend. Dessen engagiert mitarbeitende Mitglieder hatten einen Treff für junge Leute gefordert.

Die Stadt hat daraufhin in Abstimmung mit Jugendbeauftragter Karolina Forster Verbindung mit der Firma VEZ aus Zessau aufgenommen, um die Möglichkeit eines Jugendtreffs auszuloten. Es fand auch ein Ortstermin im Feuerwehrhaus statt, bei dem VEZ-Verantwortliche die Räumlichkeiten für geeignet befanden. Sie unterbreiteten daraufhin der Stadt ein Angebot zur Begleitung und Betreuung eines Jugendtreffs.

Das Konzept dafür stellte Forster nun im Stadtrat vor. Sie sprach von einem langersehnten Wunsch, der nun Wirklichkeit werden könne. Da kein eigener Sozialarbeiter zur Verfügung steht, hielt sie einen externen Betreiber des Jugendtreffs für erforderlich. Der Firma VEZ bescheinigte sie andernorts gute und erfolgreiche Arbeit. Als Beispiele nannte Forster Jugendtreffs in Grafenwöhr und Vilseck, wo die Kommune den Jugendtreff nach negativen Erfahrungen durch die Übertragung der Betreuung an die Firma VEZ "wieder in Ordnung gebracht" habe.

Zu den Angeboten, die der Eschenbacher Jugend mit dem Treff gemacht werden sollen, zählte die Jugendbeauftragte Projekte aus den Bereichen Sport, Erlebnispädagogik und interkulturelle Arbeit. Als weitere Ziele gab sie Hilfe zur Lebensbewältigung sowie die Schulung von sozialen Fähigkeiten - wie Toleranz, Team- und Kommunikationsfähigkeit - an. Geplant seien wöchentlich zwei Öffnungstage von Montag bis Donnerstag und zwar jeweils von 16 bis 20 Uhr.

Hausordnung gilt

Die Kosten für den Betreuer bezifferte Forster mit 40 Euro pro Stunde. Da bereits Teile des Mobiliars vorhanden seien, schätzte sie die weiteren Kosten für Küchenzeile und Schreibtisch auf zirka 1500 Euro. Sie versicherte, dass im Jugendtreff, der durch den Betreiber versichert sei, eine Hausordnung mit Ver- und Geboten gelten und umgesetzt werde.

In der Aussprache hielt Hubert Schug einen Jugendtreff für eine "prinzipiell gute Idee" und gut für die Eschenbacher Jugend. Mit Nachdruck bezweifelte er jedoch eine "professionelle Arbeit durch VEZ". Bürgermeister Peter Lehr hielt dem entgegen, dass VEZ seit Jahren ohne irgendwelche Probleme die örtliche Ferienbetreuung gestalte.

Marcus Gradl rief zur Klärung möglicher baurechtlicher Fragen, insbesondere hinsichtlich des Brandschutzes, auf und schlug aus Kostengründen eine Ausschreibung der Betreuungsstelle vor. Dr. Sabine Schultes befand, ebenso wie Hans Bscherer, den Jugendtreff in der vorgestellten Form für eine gute Idee und dankte Karolina Forster für die bisherige Vorarbeit.

Die Stadträte stimmten schließlich - mit Ausnahme von Hubert Schug - einem Probebetrieb mit Betreuung durch die Firma VEZ zu den angebotenen Konditionen für den Zeitraum von September 2015 bis Mai 2016 zu. Vor der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags durch den Bürgermeister sind noch baurechtliche Voraussetzungen zu prüfen.
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