Junge Flüchtlinge mit klaren Zielen

Bei einer Brotzeit kamen die unbegleiteten minderjähringen Flüchtliche des St.-Michaels-Werk ins Gespräch mit den Damen der Frauen-Union. Auch Kreisrätin Rita Rosner (rechts) hörte ihnen aufmerksam zu. Bilder: mor (2)

"Danke an Deutschland", sagte Aghiat aus Syrien. Er und die weiteren unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge beim St.-Michaels-Werk schilderten dem Kreisverband der Frauen-Union ihre Vorstellungen und Zukunftswünsche.

Grafenwöhr. (mor) Den Weltkindertag nahmen die CSU-Frauen aus dem Landkreis zum Anlass, das St.-Michaels-Werk zu besuchen und sich mit dem Thema "Flüchtlinge und Asylbewerber" zu beschäftigen. Geschäftsführer Tassilo Heimberg skizzierte die Einrichtung. 146 Beschäftigte zählen die Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung, die Schulvorbereitenden Einrichtungen, Schulbegleiter, Internat und Jugendhilfe.

Viele traumatisiert

Seit August 2014 betreut Reinhard Thumbeck in Letzterer 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Er erzählte von den oft traumatisierten Jugendlichen nach der Flucht durch die Sahara und übers Mittelmeer. "Alle haben einen Grund zur Flucht", war er sich sicher. Das St.-Michaels- Werk vermittle den Jugendlichen Tagesstrukturen sowie Primärkompetenzen und biete ihnen schulische Hilfe sowie Freizeitangebote.

Stark sei die Fluktuation besonders in der aktuellen Lage, doch Fürsorge könne viel bewegen. Alle Jugendlichen seien lernwillig und bemüht. Sie besuchten die Mittelschule, die Berufsschule des St.-Michaels-Werks und die Wirtschaftschule, berichtete Thumbeck den FU-Damen. Ihnen stellte sich Ali aus Afghanistan vor. Er freue sich, in Deutschland zu sein. Der Neuntklässler strebt eine Ausbildung im Bereich Elektrotechnik an. Ein Schreinerpraktikum macht Abti aus Somalia, auch Nesredin aus Eritrea möchte in diesem Handwerksberuf einmal arbeiten. Die Wirtschaftsschule in Eschenbach besucht Aghiat aus Syrien, der bereits gut Deutsch spricht. Pädagoge oder ein Job bei der Deutschen Bundeswehr sind seine Berufswünsche.

Lehrer mit Herzblut

828 Schüler besuchen derzeit das St.-Michaels-Werk, teilte Schulleiter Peter Fleischmann mit. 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden hier mit einem neuen Schulkonzept ganztags und in intensiven Deutschkursen unterrichtet. Darüber hinaus gehöre das St.-Michaels-Werk zu den "Top 3" der bayerischen Förderberufsschulen, lobte der Schulleiter seine Lehrer, die mit Herzblut bei der Sache seien. Fleischmann gab einen Überblick zu den einzelnen Berufsfeldern, den Fachklassen und der Berufsvorbereitung. Unauffällig und freundlich seien die Jugendlichen, bislang seien keinerlei Probleme aufgetreten, bestätigte zweite Bürgermeisterin Anita Stauber. Bei einer Brotzeit kamen die CSU-Frauen mit den jungen Flüchtlingen ins Gespräch.

Beim Gang durchs Internat sahen die Gäste Küche, Wohn- und Aufenthaltsräume. Auch warfen die Besucherinnen einen Blick in die Werkstätten.
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