KAB fordert solidarische Alterssicherung - Vortrag
Alle einbeziehen

"Reicht die Rente künftig noch?" - um diese Frage ging es bei einer Veranstaltung der KAB Schlicht im Pfarrheim. Vor zahlreichen Zuhörern widmete sich der Jurist Josef Wismet (KAB Regensburg) diesem Thema.

Der Referent erklärte, dass politische Entscheidungen der verschiedenen Bundesregierungen in den vergangenen beiden Jahrzehnten eine grundlegende Umgestaltung des deutschen Rentensystems herbeigeführt hätten, etwa durch die schrittweise Anhebung der Altersgrenze auf das 65. und künftig auf das 67. Lebensjahr. Zwar werde dem Versicherten weiterhin die Möglichkeit der vorzeitigen Inanspruchnahme eingeräumt, aber nur mit erheblichen Rentenabschlägen bis zum Lebensende. Grund für die Anhebung der Altersgrenze seien der stetige Anstieg der Lebenserwartung und der Rückgang der Geburtenzahlen.

Das Niveau sinkt

Mit diesen Reformen der gesetzlichen Rentenversicherung habe der Gesetzgeber das Ziel einer lebensstandardsichernden Altersversorgung gänzlich aufgegeben. Vor 20 Jahren habe ein Rentner noch 70 Prozent seines letzten Lohnes bekommen, nun solle das Rentenniveau auf 43 Prozent sinken. Wer jetzt in Rente gehe, müsse mit erheblich weniger auskommen als die älteren Ruheständler. "2013 betrug die durchschnittliche Rente eines Mannes in der Oberpfalz 935 Euro, die einer Frau 455 Euro", erklärte der Redner.

Rentenmodell entwickelt

Um Altersarmut zu vermeiden und auch künftig durch die gesetzliche Rente einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten, habe die KAB mit anderen katholischen Verbänden das Rentenmodell zur solidarischen Alterssicherung entwickelt. Dazu müssten alle Einkunftsarten zur Finanzierung der Renten herangezogen werden, also auch Mieteinnahmen und Spekulationsgewinne. Ferner seien alle Einwohner Deutschlands und damit auch Beamte und Selbständige einzubeziehen.

Denn wenn abzusehen sei, dass die soziale Sicherheit im jetzigen System nicht mehr zu gewährleisten sei, dann bleibe nichts anderes übrig, als den Kreis der Versicherten auf alle Einkommensarten auszuweiten. Die Alternative wären weitere Leistungskürzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung bis hin auf Sozialhilfeniveau.
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