Kämpfen, schlafen, kämpfen

Was Berliner Judo-Vereinen nicht gelang, schafften die Judoka des SCE im ersten Anlauf: Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens hatten sie zu einem 24-Stunden-Randori geladen. Die Veranstaltung war ein durchschlagender Erfolg.

"Während der vergangenen 24 Stunden verging keine Minute ohne Kampf", jubelte Spartenleiterin Sandra Querfurth am Ende übernächtigt, aber stolz. Der Erlös ging wieder an die Krebshilfe.

In den Jahren 2013 und 2014 hatte die Sparte dieser nach zwei Turnieren bereits mehr als 5000 Euro überwiesen. Beim 24-Stunden-Randori wurde erstmals kein Startgeld erhoben: Die Judoka baten nur um Spenden. Beim Öffnen der Box war Querfurth freudig überrascht: Unter den Scheinen und Münzen im Gesamtwert von 1243 Euro befanden sich auch mehrere 50-Euro-Scheine.

Zur Eröffnung der Randori, so werden Übungskämpfe genannt, hatte sich neben Bürgermeister Peter Lehr und SCE-Vorsitzendem Matthias Haberberger auch Judo-Bezirksvorsitzender Dr. Jörg Pfeil eingefunden - mit einer großen Überraschung: Er zeichnete Wolfgang Querfurth mit der Ehrennadel in Bronze des Bayerischen Judoverbandes aus.

Um 12 Uhr gab Lehr mit einem kräftigen "Hajime" das Startzeichen. Im ein- bis eineinhalbstündigen Wechsel folgten Randori in allen Altersklassen (ab U 10/U 12). In bunter Folge wechselten sich dabei die Disziplinen Stand-, Boden- und Fun-Randori ab. Selbst die Kinder waren von dieser Art Sportveranstaltung begeistert und hatten viel Spaß. Gleiches galt für die Zuschauer.

Nur 15 Sekunden Pause

Für die Übungskämpfe war stets eine Dauer von drei Minuten vorgegeben. In dieser Zeit durfte nur eine Pause von 15 Sekunden eingelegt werden. Während der 1748 gezählten Randori - manche Judoka trugen sich allerdings wiederholt nicht in die Wertungsliste ein - gab es glücklicherweise keine Verletzungen. In einem abgetrennten Teil der Mehrzweckhalle waren für die Sportler Schlafgelegenheiten für die Nacht vorbereitet worden.

Absolute Spitzenstellung

Bei der Siegerehrung freuten sich Olaf Rockstroh (SV Heng) und Samanta Neubauer (JV Sulzbach) über Pokale. Beide nahmen unter den Teilnehmern mit mehr als 100 Randori die Spitzenstellung ein. Weitere Teilnehmer hatten entsandt: FC Weiden Ost, TB Weiden, TV Vohenstrauß, SV Nittendorf, FC Rötz, TSV Detag Wernberg und FC Schwarzenfeld.

Der FC Rötz war auch für eine Besonderheit verantwortlich: Unter ihren Judoka befindet sich seit zwei Monaten ein Asylbewerber, der sich in Eschenbach der ersten Gürtelprüfung (weiß-gelb) stellte. Der begeisterte junge Judoka schaffte dann noch 15 Randori.

Der besondere Dank von Spartenleiterin Sandra Querfurth ging abschließend an die Familien Schubert, Schmid und Harant, an Claudia Marr für die vielfältige Unterstützung und an die eifrigen "Kuchen-Mamas". Den Weg nach Eschenbach hatte auch Tochter Sydney Querfurth, stellvertretende Kampfrichterobfrau im Bezirk Münster, gefunden.
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