Kanadische Band begeistert am Schafferhof mit Mix aus irischen, keltischen und mexikanischen ...
Mit den "Paperboys" durch die Welt

Irische Klänge? Keltische Musik? Oder doch TexMex? Mit Querflöte, Geige, Banjo, Gitarre, E-Bass und Schlagzeug gaben die "Paperboys" (und ein Papergirl) ihren Einstand am Schafferhof.

Schon beim zweiten Song klatschte das Publikum mit, zu mitreißend war der Auftritt der sechs Musiker aus Kanada. Tom Landa (Gitarren, Jarana, Mandoline, Gesang) hat die Band 1992 in Vancouver gegründet. Anfänglich spielte sie Celtic Pop. Dann entdeckte Tom, geboren in Mexiko als Sohn einer Kanadierin mit schottischen Vorfahren, seine Wurzeln wieder. Und deshalb spielen die "Paperboys" auch mexikanische Musik, wie "El Baile del Puma" von ihrer 2005 erschienenen CD "The Road to Ellenside".

Die Band begeisterte mit ihren energiegeladenen Live-Performances Festivalbesucher auf der ganzen Welt. Seit dem 10. April touren die "Paperboys" durch Deutschland. Stationen sind Kirchheim/Teck, Aschaffenburg, Geislingen, Tübingen. Manche Fans reisen ihnen sogar nach, so wie an diesem Abend, als Anhänger aus Bayreuth und Aschaffenburg anwesend waren.

Ungewöhnliche Mischung

Immer wieder überraschten die Musiker mit Außergewöhnlichem. Irish Jazz ist eine Mischung, die wohl selten vorkommt, ebenso wie eine "Merengue Polka". Satter Sound, wendige Arrangements und starke Bühnenpräsenz prägten den Auftritt. Geoffrey Kelly, der "Flötenmagier", verzauberte nicht nur mit seiner Querflöte, sondern auch mit seinem Temperament auf der Bühne.

Nicht nur ein Ohren-, sondern auch ein Augenschmaus war die Geigerin Kalissa Hernandez, die im luftigen Kleid mit unglaublicher Routine ihr Instrument spielte. Locker und leicht führte sie den Bogen. Auch ihre klare Gesangsstimme passte wunderbar zu den mexikanisch-irischen Stücken. Von Anfang an bezog die Band das Publikum mit ein, animierte zum Mitsingen, Tanzen oder Klatschen. Bei einem Song über ein schlechtes Jahr sang die Tenne den Refrain "Hoping this years better than the last" fast fehlerfrei mit. Temperamentvoll und tanzbar wurde es bei Samba- und Merengue-Rhythmen, was die ersten Tanzwütigen auf die kleine Tanzfläche holte, so wie bei "Rain on Me".

Mit anspruchsvollen Soli zeigten die einzelnen Musiker ihr Können. Der Bassist rockte das Publikum, Drummer Sam Esecson bearbeitete nicht nur das Schlagzeug sondern auch seine Cajon, Geoffrey Kelly wechselte die Flöten oder tanzte mit dem Schellenkranz über die Bühne. Das Banjo auf dem Rücken, gab Brad Gillard ein Posaunensolo zum Besten. Virtuos und überzeugend war auch das Gitarrenspiel von Tom Landa. "City of Chains" hatte sogar beinahe Reggae-Rhythmus.

Zugabe im Publikum

Der begeisterte Schlussapplaus zwang die Künstler noch zweimal auf die Bühne, wobei zuerst Tom und Kalissa unplugged mit Gitarre und Geige durchs Publikum wanderten und sichtbar den direkten Kontakt genossen. Beim letzten Stück wurde es nochmals richtig spaßig-irisch, so dass einige Gäste die Tanzfläche stürmten und sich vom Rhythmus treiben ließen. Sollte es aus diesem Konzert ebenfalls neue Fans geben, die der Band hinterher reisen wollen: der Auftritt am 13. Mai in Rehau würde sich anbieten.
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