Kanon als leichte Übung

Querflötistin Waltraud Heidingsfelder (rechts) ließ sich von Heidi Wohlfahrt am Keyboard begleiten.

Man nehme erquickende Musik und erbauliche Texte, würze sie mit einer Prise Fernweh und schmecke mit einem Schuss Reisefieber ab. Dieses sichere Rezept für einen erfrischenden Sommerabend-Genuss hört auf den Namen Weißenberger Serenade.

Konkurrenz durch zeitgleich laufende Feste und Veranstaltungen muss die Traditionsveranstaltung nicht fürchten. St. Veit zieht Mitwirkende und Publikum gleichermaßen magnetisch an. Eine Tatsache, die Pfarrerin und Hausherrin Ulla Knauer bei ihrer Premiere als "ganz großartig" würdigte.

Mit ihrem Enthusiasmus trieb die musikalische Leiterin des Abends, Heidi Wohlfahrt, nicht nur ihren Kirchenchor zu drei in Ton und Text hörenswerten Darbietungen, sondern motivierte auch die Zuhörerschar zu beachtlichen sängerischen Leistungen. Selbst der Mozart-Halleluja-Kanon wirkte mit den entsprechenden Ermunterungen der Chorleiterin wie eine spielend leichte Übung.

Posaunenchor-Leiter Günter Pilhofer entlockte seinem Ensemble ebenfalls Volltönendes und Außergewöhnliches. Nach dem Begrüßungslied, den beiden Klanguntermalungen für die Gemeindelieder "Halleluja, preiset den Herrn" und dem griechischen Reisesegen "Mögen sich die Wege" schmolz das Publikum beim in der Tat sehr stimmungsvollen Abstecher nach Afrika förmlich dahin.

Mit klassisch leichten Kompositionen bereicherte die Querflötistin Waltraud Heidingsfelder das Konzert, bei dem sie Stammgast ist. Von Heidi Wohlfahrt am Keyboard begleitet, steuerte sie die "Humoresque" von Antonin Dvorák und ein "Vivace" aus einer Telemann-Sonate bei.

Für das besondere Schmankerl des Abends zeichneten - nach der kurzfristigen Absage von Ernst Hagerer - Uli Radl (Gitarre) und Dominik Niklas (Klarinette) allein verantwortlich. Ihre beiden Klezmer-Kostproben, der märchenhafte "Mirjambrunnen" und die berührend melancholisch-fröhliche Mischung "Die Seele des Menschen", entlockten gleich spontanen Zwischenbeifall.

Am Ende zeigte sich nicht nur Pfarrerin Knauer begeistert von der Musik, die "so verschieden und bunt klingt wie unser Leben". Sie empfahl, "diesen Schatz im Herzen zu bewahren". Der große, gesammelte Schlussapplaus ließ darauf schließen, dass die Zuhörerschar dem uneingeschränkt folgte. Der unverzichtbare Ohrwurm-Schlusskanon "Meine Seele ist Stille zu Gott" tat sein Übriges dazu.
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