Kapelle kann's auch klassisch

Der Innenhof am Hammerschloss reichte kaum aus, um die Fans der Musikkapelle Dießfurt zu fassen. Bild: whw

Wenn Musikliebhaber aus nah und fern in Scharen zum Hammerschlosses strömen, dann müssen zwei Jahre vergangen sein und eine Serenade der Musikkapelle Dießfurt anstehen. Am Samstag war es so weit und die Musiker überraschten ihre Gäste.

Die Musikanten boten eine Zeitreise durch die Musikgeschichte - vom Barock bis zum Swing. Auch in diesen ungewöhnlichen Stilrichtungen erwiesen sich die Musikanten als meisterlich. Dirigent Werner Schreml führte durchs Programm und erklärte Hintergründe zu den Stücken. Die Zeitreise begann mit einer Turmmusik aus dem 17. Jahrhundert, der Zeit des Hochbarock. In klassischer Turmbläserbesetzung trug die Kapelle die "Purcell Suite" von Henry Purcell vor.

Als Beispiel guter Militärmusik folgte der Marsch "Herzog von Braunschweig". Das Volkslied stand im 19. Jahrhundert für die Musik der einfachen Leute. Aus dieser Zeit spielten die 24 Musiker "Sah ein Knab ein Röslein steh'n".

Auch bei Melodien aus der Zeit der Klassik mit Kompositionen von Antonin Dvorák, Franz von Suppe und Ludwig van Beethoven begeisterten die Musiker. Mit dem "Jägerchor" aus der Oper der Freischütz, arrangiert von Werner Schreml als Solo für Tenorhorn und Bariton, streifte die Gruppe die Romantik, bevor die Blasmusikvirtuosen zum Dixieland kamen. Es folgte der "Tiger Rag". In Melancholie verfielen die Zuhörer beim Wolgalied, ebenfalls ein Arrangement von Werner Schreml aus der Operette der Zarewitsch, vorgetragen als Trompetensolo.

Aus der Swingzeit erklang ein Potpourri mit Melodien des deutschen Komponisten Bert Kaempfert, bevor es bei "Rock around the Clock" im Schlosshof rund ging. In der Moderne angekommen folgte "Wein nicht um mich Argentinien" aus dem Musical Evita, vorgetragen als Trompetensolo von Werner Wolfbauer. Auch hierfür erhielten die Musiker großen Beifall vom Publikum. Bevor es zur Liebe der Dießfurter, der Böhmischen Musik kam, dankte Schreml der Familie Paulus, die den Schloßhof für die Serenade zur Verfügung stellte.

Den Abschluss bildete die "Bodensee-Polka" von Alexander Pfluger, der mit seinem Orchester im März 2016 beim Böhmischen Frühling der Dießfurter zu Gast sein wird. Nach der Serenade luden die Freunde der Musikkapelle zum Gartenfest ans Feuerwehrhaus ein. Bei Spanferkel, Bratwurst und kühlen Getränken gab es Blasmusik unplugged. Auch hier wussten die Instrumentalisten auf der Naturbühne zu überzeugen.
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