Kaspereien mit Niveau

Das Publikum brüllte, als Peter Shubs Fotostativ eine besondere Eigendynamik entwickelte. Bild: fvo

Komiker Peter Shub brachte die Besucher am Schafferhof gehörig zum Lachen. Der Name des Künstlers war vielen zunächst kein Begriff, doch wer den Buster-Keaton-Verschnitt live sah, erinnerte sich an etliche TV-Auftritte.

Der in Hannover lebende Amerikaner brauchte ein wenig, um die Oberpfälzer auf seine außergewöhnliche Clownerie einzustimmen. Obwohl er seit Jahren in Deutschland lebt, scheint dieser der deutschen Sprache nicht besonders mächtig - was aber auf der Bühne einen außergewöhnlichen Reiz darstellte. Im ersten Teil sprach er fast ausschließlich durch seinen Körper, mit sparsamen, aber exaktem Blick, Gestik und Nachahmung der Zuschauer.

Liebenswerter Clown

Nach der Pause plauderte er aber in "Denglisch", einer Mischung aus deutsch und englisch, drauf los. "Keine Angst, ich spreche nur ein bisschen Deutsch", beruhigte er. Seine Pantomime verzauberte das Publikum. Wichtig war eine gute Sicht auf den grandiosen Entertainer. Punktgenau brachte er mit unnachahmlichen Gesten und Blicken Weltklasse- Clownerie auf die Bühne. Shub gab den Zuschauer im ausverkauften Saal immer das Gefühl, einer von ihnen zu sein. Der Einzelne fand sich in irgendeiner Weise wieder. Shub ist ein liebenswerter Clown, der den Betrachter einen Spiegel vorhält, der ihn zum Schmunzeln animiert.

Bei seinem Soloprogramm stellte der Pantomime viele Charaktere dar: den Pflanzenfreund mit einem Hang zur Zerstörung oder das Kamerastativ, das samt Minikamera förmlich zum Leben erwachte. Genial war er als "lebendiger Kleiderbügel". Endlos verlängerte er seinen Arm und rückte seinen steifen Hals mit dem Krachen eines Plastikbechers wieder gerade.

Speziell für den intellektuellen Teil des Publikums führte er den Sekundentanz "Die Motte und die Kerze" auf. Er hantierte mit einer Rolle Klopapier, die er schließlich mit einem Großfön in das Publikum jagte. Manchmal riskierte er Kopf und Kragen - anstelle eines zuvor an seinen Haaren geriebenen Luftballons hing Shubs Kopf am Bühnenvorhang. Der Sieger des Clown-Award des internationalen Monte Carlo Circus Festivals band die Besucher ständig mit in sein Programm ein und spielte diese geschickt und sympathisch gegeneinander aus.

Winke, winke

Ganz genau plante er das Ende der Soloshow mit seinem Zugabeplan, den er konsequent durchsetzte. "In New York springen die Leute nach jeder Veranstaltung auf und gehen heim. Haben Sie kein Zuhause?" "I have time - ich habe Zeit und mache hier als letzter das Licht aus." Das Ende war so außergewöhnlich wie die Show selbst - die Leute gingen, und Shub winkte nach, bis der letzte die Tenne verlassen hatte.
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