Kastl.
Von der Entstehung bis heute

(rpp) Im Bruderkrieg zwischen Bayern und Preußen fürchteten die Kastler Bürger die Verwüstungen, die die Preußen in allen an der Wegstrecke liegenden Ortschaften hinterließen. Viele Menschen versteckten sich in den umliegenden Wäldern. Einige Männer traten aber zusammen und gelobten, alle Jahre eine Wallfahrt nach Gößweinstein zu unternehmen, wenn das Unheil an Kastl vorüber geht. Das Gelübde wurde erhört. Die Preußischen Soldaten zogen 1866 auf anderen Wegen weiter nach Amberg und Kastl wurde verschont.

Seitdem wird die Wallfahrt nach Gößweinstein veranstaltet. Ende des 19. Jahrhunderts ließen die Kastler die Wallfahrt fast einschlafen. Als dann im Jahre 1894 ein schweres Hagelwetter die Ernte der ganzen Pfarrei vernichtete, betrachtete man das als einen Fingerzeig und nahm die Bittgänge wieder auf.

Los geht es auch heuer wieder um 22 Uhr nach der Segnung durch Pfarrer Mairhofer. Während des Marsches tragen die Gläubigen Bitten an Gott heran. Organisiert und angeführt wird die Wallfahrt von Josef Weidner. Ab 21.30 Uhr treffen sich die Wallfahrer am Freitag, 5. Juni, an der Kastler Ortskirche St. Margaretha. Die Wallfahrer laufen die ganze Nacht bis Gößweinstein. Um 2 Uhr gibt es eine Rast in Sassenreuth und um 6 Uhr ein Frühstück in Pegnitz. Wer sich nicht zutraut, die ganze Wegstrecke zu Fuß zu bewältigen, kann mit dem Bus bis Pegnitz gebracht werden und dann mitlaufen. Es besteht auch die Möglichkeit mit den Musikanten direkt bis nach Gößweinstein gebracht zu werden. In Gößweinstein erhalten die Wallfahrer den Schlusssegen. Nach einer Pause gibt es ab 14 Uhr eine Beichtgelegenheit, um 16 Uhr wird der Kreuzweg gebetet, danach die Mariengrotte besucht und das Sieben-Altäre-Gebet absolviert. Um 18 Uhr zelebriert Weihbischof Reinhard Pappenberger einen Gottesdienst für die Kastler Wallfahrer. Der Rückweg kann mit dem Bus bewältigt werden. Wer diese Möglichkeit beanspruchen möchte, kann sich bei Josef Weidner anmelden. Telefon: 09648/464. Der Zug wird durch die Freiwillige Feuerwehr abgesichert und vom Roten Kreuz begleitet.
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