Kathreintanz
Hintergrund: Gelebte Traditionen

Seit einigen Jahren hat der Trachtenverein wieder den Kathreintanz in seinem Terminkalender stehen. Kathreintänze haben in Bayern Tradition. Auch in Schmidmühlen war dies lange so - dieses Ereignis war in früheren Jahren ein wichtiger Eckpfeiler im Vereinsleben. Irgendwann ist der Brauch verloren gegangen, bis er vor einigen Jahren wieder neu ins Leben gerufen wurde. Katharina stellt den Tanz ein - so lautet ein altes Sprichwort. Und so nahmen die Freunde des Volkstanzes noch einmal die Gelegenheit wahr, kräftig bei Zwiefachen oder Landlern das Tanzbein zu schwingen. Der Besuch war im vergangenen Jahr gut: Vorsitzender Gerald Stauber würde sich aber über eine größere Beteiligung der Mitglieder freuen, wie er kritisch anmerkte.

Wachsstöckl

Der Ort hätte nicht besser gewählt werden können. Im Herrgottswinkel des Trachtenheims trafen sich im Oktober Kinder und Erwachsene - nicht, um die Geselligkeit zu pflegen, sondern um das Wachsstöckl in Erinnerung zu rufen. Es war noch bis zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in jedem Haushalt und in den Kirchen und Kapellen vorhanden, eigentlich von dort nicht wegzudenken. Zum Abschluss der Kurse hatte jeder Teilnehmer ein eigenes Wachsstöckl fertig.

Speisen anno dazumal

Der Trachtenverein erinnert immer wieder an die Speisekarte "anno dazumal". Von der Speiserübe zum Rübenkraut hieß das Motto im vergangenen Jahr: Mühselig wurden die Rüben vom Acker ins Trachtenheim transportiert, das Kraut erst gründlich gesäubert und dann in feine Streifen gehobelt. Diese wurden gesalzen und in einem Steinguttopf festgestampft, bis sie vom eigenen Saft bedeckt waren. Schließlich wurde alles abgedeckt - und immer wieder nachgeschaut, ob alles passt. Beim Wirtshausgespräch hat das Ergebnis dann allen vorzüglich geschmeckt. (pop)
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