Kauf oder Nichtkauf

Seit 2013 steht der pinkfarbene Bau an der Kuppe des Eschenbacher Stadtbergs leer. Wie es mit dem Vermessungsamt weiter geht, ist nach wie vor unklar. Fest steht aber, dass bis Ende September eine Entscheidung über die Zukunft fallen wird. Bild: mor

Eschenbachs Stadtrat muss entscheiden: Die Immobilien Bayern hat einen Käufer fürs Vermessungsamt, Anfang August hat ein Notar den Kauf beurkundet. Damit tickt die Uhr für die Stadt.

(wüw) Ist das Interesse für den Ämterbau am Karlsplatz wirklich ernst? Bürgermeister Peter Lehr hatte bis zuletzt Zweifel. Die sind nun ausgeräumt: "Am 4. August war Notartermin in Amberg", bestätigt Ludwig Weichselbaumer. Zu Käufer und Kaufpreis wollte der stellvertretende Geschäftsführer der Immobilien Bayern dagegen keine Angaben machen.

Der Kauf ist offiziell beurkundet, endgültig rechtswirksam ist er noch nicht, die Stadt besitzt ein Vorkaufsrecht. Acht Wochen bleiben ihr, in die Vereinbarung einzusteigen und darin die Rolle des Käufers zu übernehmen. Die Entscheidung muss der Stadtrat treffen, eine Tendenz gibt es im Rathaus noch nicht. Derzeit vertritt dritter Bürgermeister Klaus Lehl den urlaubenden Peter Lehr. Er bestätigt, dass die Stadt offiziell über den geplanten Verkauf informiert ist.

Die Stadt kennt nun auch den potenziellen Käufer und den Kaufpreis, der im Fall des Falles auch für die Stadt gilt. Nennen könne er weder den einen noch den anderen, sagt Lehl. Er verrät nur, dass es sich um drei "mögliche Erwerber" handelt. Diese kommen zwar nicht aus Eschenbach, aber aus der näheren "Oberpfälzer Umgebung."

"Ich kann sagen, dass heute ein Brief an die potenziellen Käufer verschickt wird", erklärte Lehr am Dienstagmittag. Es soll ein Gespräch mit ihnen geben. "Wir wollen wissen, welche Pläne sie mit dem Gebäude verfolgen. Erst wenn wir die kennen, kann sich der Stadtrat entscheiden", sagt Lehl. Im September tage das Gremium zweimal. "In der Sitzung am Anfang des Monats wird es noch zu früh für eine Entscheidung sein."

Die soll deshalb erst kurz vor Ablauf der Frist fallen. Wenn die Stadt den Bau aus dem Jahr 1899 kauft, könnte der Landkreis der Nutznießer sein. Dessen Gebäude in Eschenbach ist sanierungsbedürftig. Landrat Andreas Meier brachte deshalb einen Kauf des Vermessungsamts durch die Stadt ins Spiel.

Die könne Fördermittel nutzen, zu denen der Landkreis keinen Zugang hat. Im Gegenzug brachte er eine langfristige Mietzusage des Landratsamts ins Spiel.
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