Kaum Chancen für Nahwärme

4,4 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner werden in der Gemeinde Etzelwang Jahr für Jahr in die Luft geblasen. Diese und noch viele andere Zahlen enthält ein Gutachten der Hochschule Amberg-Weiden.

Den Schwerpunkt in einer Sitzung des Gemeinderats nahm ein Energiegutachten für die Gemeinde Etzelwang ein. Dipl.-Ing. (FH) Stefan Schedl vom Institut für Energietechnik (IfE) GmbH an der Hochschule Amberg-Weiden erläuterte die Ergebnisse.

Die Experten errechneten für die Gemeinde Etzelwang einen Bedarf an Strom von 3202 Megawattstunden jährlich. Er verteilt sich zu 49 Prozent auf private Haushalte, zu 7 Prozent auf Einrichtungen der Gemeinde und zu 44 Prozent auf Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. 88 Prozent kämen aus konventionellen Kraftwerken. Der Anteil erneuerbarer Energien liege demnach bei 12 Prozent.

Zahlen zum Wärmebedarf

20 979 Megawattstunden stehen beim Bedarf an Wärmeenergie unter dem Strich. Private Haushalte beanspruchen 55 Prozent, kommunale Einrichtungen 1 Prozent. Auf Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft entfallen 44 Prozent. Gewonnen werde diese Wärme zu 67 Prozent aus fossilen Brennstoffen - hauptsächlich Heizöl - und zu 33 Prozent aus erneuerbarer Energie. Der Kohlendioxid-Ausstoß in der Gemeinde liege bei ca. 6340 Tonnen pro Jahr; das entspricht 4,4 Tonnen pro Einwohner.

Einsparmöglichkeiten bis zum Jahr 2030 schätzt das Gutachten beim Wärmeverbrauch zwischen 25 und 49 Prozent ein. Der Stromverbrauch im privaten Bereich ließe sich zwischen 5 und 17 Prozent senken. Schedl sprach einzelne Möglichkeiten wie die Wärmedämmung oder die Erneuerung von Heizungsumwälzpumpen an. Für die erneuerbaren Energien bestehe ein Ausbaupotential bis 2030 in der Stromerzeugung von 5444 MWh und in der Wärmeversorgung von 3350 MWh.

Potenzial in der Kläranlage

Keine großen Chancen räumte der Referent zwei Projekten ein, die sich in der Diskussion befinden. Das angedachte Nahwärmenetz erscheine wirtschaftlich schwer darstellbar, und ein Kleinwasserkraftwerk habe kaum Aussichten, genehmigt zu werden. Erhebliches Potenzial stecke in Verbesserungsmaßnahmen bei der kommunalen Kläranlage. Allgemein sei die Gemeinde aufgefordert, ein Energieleitbild zu beschließen.
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