"Kein Abschied für immer"

Dekan Hans Amann (links) leitete die Aussegnung. Pater Rafal Burnicki (hinten links) wird für vier Wochen eine ursprünglich geplante Urlaubsvertretung des nun verstorbenen Pater Stanislaw zu Ende bringen.

Ein letztes Mal kehrte der Fischbacher Pfarrer Pater Stanislaw Warszewski zu seinen Gläubigen zurück. Nach einer bewegenden Aussegnung wurde der unerwartet verstorbene Geistliche verabschiedet. Das gesamte Dorf trägt Trauer.

Pater Stanislaw wurde nach Polen in seine Heimatstadt Slupsk überführt, wo am kommenden Freitag, 10. Juli, um 14 Uhr das Requiem mit anschließender Beisetzung auf dem alten Friedhof stattfindet. Am Dienstag erfolgte die Aussegnung und Verabschiedung des am Samstag plötzlich und unerwartet verstorbenen Fischbacher Seelsorgers. Dafür wurde er eigens in seiner Kirche St. Jakobus aufgebahrt. Der Schock und tiefe Trauer war in viele Gesichter geschrieben und auch Tränen flossen.

Den Frieden gefunden

Ministranten, Kirchenverwaltung, Kirchenchor, Pfarrgemeinderat, Frauenbund, MMC und viele weitere weltliche Vereinsmitglieder wollten dabei sein, um sich bei ihrem allseits beliebten Pfarrer persönlich zu verabschieden. Dekan Hans Amann ging kurz auf die Vita des Paters ein, spendete tröstende Worte und teilte sein Mitempfinden mit den Angehörigen, Familien, Geschwistern und auch Gläubigen. Maximilian Albrecht Freiherr von Wiedersperg - er sprach für die Patronatsfamilie von der Mühle-Eckart auf Leonberg - fiel es sichtlich schwer, am Sarg die richtigen Worte zu finden. "Die große Zahl der Trauernden in der Kirche bestätigen seine Beliebtheit", sagte Baron Wiedersperg. Pater Stanislaw habe Frieden bei seinem Herrn gefunden. Für die Stadt Nittenau war der stellvertretende Bürgermeister Albert Meierhof gekommen, um Abschied zu nehmen vom Pfarrer, der vor 22 Jahren ursprünglich nur ein "kurzes Gastspiel" in Fischbach geben wollte. Pater Warszewski sei nicht nur Seelsorger, sondern auch Vereinsmitglied und Freund gewesen. In seiner Amtszeit habe er viel bewegt und sich der Sorgen oder Nöte seiner Gläubigen angenommen. Projekte wie Sanierung des Pfarrhofes, Neubau des Kindergartens, Sanierung der Kapelle in Marienthal und der Kapelle St. Nepomuk, Neubau des Kindergartens St. Josef seien unter seiner Regie umgesetzt und jüngst auch eine Erweiterung des Kindergartens in die Wege geleitet worden, so Meierhofer.

Sein Werk fortsetzen

Pfarrgemeinderatssprecherin Angelika Schuster bezeichnete das Engagement des Priesters für seine Heimat "beispiellos und kompetent". Er sei auch über die Pfarrgemeindegrenzen hinweg respektiert gewesen. "Er war Eckpfeiler im öffentlichen Leben und kam den Wünschen der Vereine und Organisationen immer nach, sei es bei Jubiläen, Fahnenweihe oder Dorffesten, die er stets mit geistlichem Beistand begleitete", betonte die Sprecherin. Dieser Abschied solle "kein Abschied für immer" sein, sagte Angelika Schuster. Man wolle in seinem Sinne gemeinsam den gegenseitigen Austausch pflegen und sein Werk der Mitmenschlichkeit fortsetzen.

Nach der offiziellen Aussegnung und Verabschiedung standen die Trauernden zwischen Kirche und Pfarrhof Spalier. Diese Strecke nahm Pater Stanislaw zu seiner endgültigen Abreise in Richtung Heimatstadt Slupsk.
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