Kein "frecher Räuber"

Wie schon vor fünf Jahren, als der Kormoran zum "Vogel des Jahres" gekürt wurde, traf der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), dessen bayerischer Partnerverband der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist, auch heuer mit der Wahl des Habichts eine durchaus provokante Entscheidung. "Schädlichkeit und sogar Mordgier wurden ihm nachgesagt, und selbst beim früheren Deutschen Bund für Vogelschutz, Vorgänger des Nabu, kam der Habicht nicht gut weg", wusste der Trabitzer LBV-Vorsitzende Günter Klein.

Das Vogelbuch des Verbandes habe 1907 dazu aufgerufen, dem "frechen Räuber" mit Fallen und Waffen nachzustellen, "wie und wo man nur kann: Er verdient keine Schonung." Leider, so Klein, stecke diese Denkweise bis heute in vielen Köpfen, und obwohl der Greifvogel seit 1970 unter Naturschutz stehe und seine Beute meist geschwächte oder kranke Tiere seien, sei er "immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt".

Als Beleg zeigte der Naturschützer das Foto eines von Menschenhand an Schnabel und Klauen verstümmelten Tieres. 2500 Brutpaare des kräftigen, schnellen und gewandten Jägers lebten schätzungsweise noch in Bayern, aus manchen Gegenden sei der Habicht bereits verschwunden. (bjp)
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