Kein Freund, der Kupferstecher

Der Borkenkäfer bereitet den Waldbesitzern Sorgen. In den nächsten Wochen wird der Befall verstärkt erkennbar werden, warnt Michael Bock. Er bittet die Waldbesitzer, das befallene Holz möglichst bald zu entfernen, sonst könnte es zu spät sein.

Floß. (le) Bei Rotfärbung von der Spitze her müsse auch das Kronenmaterial durch Verbrennen oder Häckseln unschädlich gemacht werden. Im Gebiet der Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung trat neben dem Buchdrucker auch der Kupferstecher auf, berichtete Geschäftsführer Michael Bock bei der Herbstversammlung. Kupferstecher würden in allen Entwicklungsstadien unter der Rinde überwintern, selbst in fingerdicken Zweigen. Im Gegensatz zum Buchdrucker würden beim Kupferstecher sogar junge Larven den Winter überstehen.

Auch Forstoberinspektor Sebastian Höllerer wies bei der Versammlung im Gasthaus Plödt in Diepoltsreuth darauf hin, dass der warme, trockene Sommer nach Einzelbrüchen durch den Orkan Niklas in einigen Wäldern zu einer Verschärfung der Borkenkäfersituation geführt habe. Befallene Bäume sollten möglichst zeitnah entfernt werden, riet er dringend.

Sebastian Höller informierte außerdem über neue Richtlinien. Dass neben Laubholzkulturen nun auch Mischbestände mit Nadelhölzern bezuschusst werden können, sei eine wichtige Neuerung. Weitere Informationen dazu erhalten Waldbesitzer an der Forstdienststelle in Floß.

Rettungskette Forst

Der Forstoberinspektor klärte außerdem darüber auf, was sich hinter der Rettungskette Forst verbirgt: Die Bayerische Forstverwaltung habe bayernweit ein einheitliches Netz von Rettungstreffpunkten für den Privat- und Kommunalwald festgelegt. Bei Rettungseinsätzen sei so schnellere Hilfsleistung möglich. Im Gemeindegebiet Floß werden die Rettungspunkte laut Höllerer in den nächsten Monaten mit grün-weißen Hinweistafeln beschildert. Er riet zudem: "Nehmen Sie die kostenlose Beratung in Anspruch."

Noch vor Versammlungsbeginn hatten sich unter Vorsitz von Willi Meierhöfer die Obmänner der Vereinigung getroffen. Dass die nun seit 59 Jahren bestehende Selbsthilfeeinrichtung nicht mehr wegzudenken sei, zeige auch diese Versammlung. "Wir ziehen an einem Strang, und das tut der Vereinigung und den Mitgliedern gut", sagte Vorsitzender Willi Meierhöfer. Auch er hatte in seinem Jahresrückblick auf den Käferbefall verwiesen, der zur Preissenkung geführt habe.

Der Maschineneinsatz sei befriedigend. Durch den Anstieg der Schäden bei Laubholz und Edellaubholz sei ein höherer Abschuss von Rehwild angebracht, informierte Meierhöfer über das Wildverbissgutachten. Darüber sollten sich die Jagdgenossenschaft ernste Gedanken machen. Auf den Holzmarkt eingehend, erklärte Geschäftsführer Bock, dass die angemeldeten Hölzer sowie frühzeitig erkannter Käferbefall im dritten Quartal noch zu guten Preisen vermarktet werden konnten. Die Situation habe sich jedoch in den letzten Wochen verschlechtert. Keine Probleme gebe es in der Rundholzversorgung. Orkan Niklas sowie weitere lokale Stürme und das Käferholz ließen die Versorgung nicht abreißen. Befallenes Holz aus anderen Regionen Bayerns sowie Holz aus den USA und Nordafrika würden die Preissituation auf dem deutschen Markt verschärfen.

Container für Hackschnitzel

Besonders gut nachgefragte Sondersortimente seien starke Kiefernabschnitte und Lärchenstammholz. Bei entsprechender Menge und Qualität könnten wieder Birke, Erle, Esche, Pappel und Buche an die Stammabnehmer vermarktet werden. Gute Qualität an Hackschnitzel könne ebenfalls geliefert werden. Zukünftig sei hier ein Container zu befüllen, der von der WBV transportiert werde.
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