Kein Job, sondern Berufung

An den Schulen des Landkreises unterrichten 19 neue Lehrkräfte. Am Montag wurden sie von Landrat Wolfgang Lippert (links) vereidigt. Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß (Dritter von links) und sein Vertreter Rudolf Kunz (rechts) begrüßten die Neuen im Kollegium. Bild: lli

Während am heutigen Dienstag für rund 3500 Schüler im Landkreis wieder der berühmte Ernst des Lebens beginnt, war am Montag für 19 Lehramtsanwärter schon erster Schultag. Und da spielte auch Michelangelos "David" eine besondere Rolle.

Tirschenreuth.(lli) Leitender Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß begrüßte gratulierte den "Neuen" zum bestandenen Staatsexamen. Sie seien nun in einem Kultur-Landkreis und einer Bildungsregion mit Pfiff beschäftigt. Die Aufgaben eines Lehrers veranschaulichte Krauß anhand der Geschichte von Louis Armstrong: Der landete als Zwölfjähriger in einer Arrestzelle und benahm sich so daneben, dass ihm ein Lehrer der Anstalt eine Trompete zur Beschäftigung in die Hand drückte. Armstrong wurde letztlich zum größten Jazz-Trompeter unserer Welt.

Deshalb sei es wichtig, Chancen ohne Voreingenommenheit und mit Begeisterung zu ergreifen. "Es muss kein Armstrong dabei herauskommen, aber es ist ja schon viel erreicht, wenn ein Abwärtstrend verhindert werden kann." Krauß erinnerte an Michelangelos "David", dessen rechte Hand und der Kopf als Zentren des Denkens und Handelns im Verhältnis zum Körper überproportional sind. Für den Schulamtsleiter Zeichen für Entschlossenheit und Wille zur Tat. Beides wünschte er als beruflichen Erfolg den jungen Kollegen.

Landrat Wolfgang Lippert wusste aus eigener Erfahrung, dass anfängliche Ungewissheit durch hilfsbereite Kollegen, Rektoren und Seminarleiter schnell gelöst würden. Inklusion und Integration von Flüchtlingskindern sei in diesen Tagen eine besondere Herausforderung und erfordere viel Fingerspitzengefühl und Flexibilität. "Dies ist kein Job, sondern eine Berufung." Junge Menschen formen zu dürfen sei eine spannende, aber zugleich auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe. "Glänzen Sie daher nicht nur mit Fachwissen, sondern spielen Sie ihr pädagogisches Geschick aus."

Schulamtsdirektor Rudolf Kunz bezeichnete die jungen Lehrer als Rohdiamanten, für deren Feinschliff, sowohl das Schulamt, als auch die Seminarrektorinnen und die Einsatzschulen verantwortlich seien. "Lassen Sie sich optimistisch auf diesen Lebensabschnitt ein, scheuen Sie sich nicht, diese Schatztruhe zu öffnen. Und haben sie keine Angst, wenn der Wert ihres Wirkens nicht gleich sichtbar zu sein scheint."

Die Seminarrektorinnen Martina Puff und Anette Spreitzer-Hochberger sahen Lehrer in der Rolle des Dirigenten. Durch Lebendigkeit, Kreativität, Humor, Idealismus und ungewöhnlichen Herangehensweisen gäben sie den Takt vor. Das Gesamtziel sei das Fördern und Fordern aller Kinder. "Ein guter Dirigent gestaltet und interpretiert immer wieder neu und begeistert sein Umfeld durch Ausdrucksstärke." Dazu gehöre viel Kraft und Mut.
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