Kein Küchen-Neubau

Primäre Aufgabe ist, 956 Menschen mit Behinderung ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen.

Das Heilpädagogischen Zentrum ist nach den Worten von Geschäftsführer Helmut Dörfler ein mittelständisches Unternehmen mit Konzernstruktur. Zwei Millionen Euro werden permanent als Betriebskapital für das laufende Geschäft benötigt. Dörfler warnt vor einer Ideologie, die dem HPZ schaden könnte.

Irchenrieth. (fz) Im 49. Jahr des Bestehens der Lebenshilfe und des HPZ ist es nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Josef Rupprecht die primäre Aufgabe, 956 Menschen mit Behinderung ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen. "Wir sind ständig im Baubereich unterwegs", sagte Rupprecht in der Mitgliederversammlung. Derzeit liefen der Bau der Wäscherei und die Erweiterung der Werkstatt. Für das Kinderdorf habe das Sozialministerium grünes Licht gegeben.

Geordnete Finanzen

"Liebe Mitglieder, hinsichtlich der Finanzen braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, wir gehen keine Risiken ein", stellte Rupprecht klar. Geschäftsführer Dörfler gab bekannt, dass 2013 ein positives Ergebnis erreicht worden sei. Aber das HPZ habe noch viel vor.

Der Geschäftsführer verwies darauf, dass seine Einrichtung einer der größten Ausbildungsbetriebe in der Region sei. Klare Worte sprach er in Richtung Inklusion. "Wir müssen aufpassen, dass uns diese Ideologie nicht schadet. Keiner muss zu uns, niemand wird gezwungen. Aber wo findet ein Mensch mit Behinderung solch eine ausgereifte Infrastruktur und Betreuung?"

Dörfler informierte, dass der Bezirk im Dezember über die Sanierung der alten Förderstätte entscheiden werde. Er sehe aber keinen Hinderungsgrund mehr. Die Küche stehe ebenfalls auf der Agenda. Aber einen Neubau könne man sich nicht leisten. Eines sei aber auch klar, das Essen für unsere Menschen werde sichergestellt.

Usus ist es in der Mitgliederversammlung, dass Leiter einzelner Bereiche abwechselnd ihren Bereich vorstellen. Dies machte für die Hausdienste Sieglinde Diermeier. Die Bauingenieurin hat einen Bautechniker, einen Elektromeister, 55 Reinigungskräfte und sieben Hausmeister an ihrer Seite. Kleine Bauvorhaben bis 500 000 Euro würden in Eigenregie geplant. Mit einem Jahresfinanzvolumen von einer Million Euro verwalte und betreue man die HPZ-Liegenschaften.

Neuer Werkstattleiter ist Josef Kastner, der auf Josef Bauer folgt. Er berichtete, dass 70 Mitarbeiter die Betreuung der 417 Werkstattbeschäftigten übernehmen, die wegen ihrer Behinderung nicht in ein normales Arbeitsleben könnten. Es gebe verschiedene Bereiche zur beruflichen Weiterbildung mit dem Ziel "erster Arbeitsmarkt". Die Werkstatt sei gut ausgelastet.

Betreuung bis zum Tod

Ein breites Spektrum unterschiedlicher Wohnformen, vom Wohnheim selbst über die Wohnhäuser, das Pflege- und Altenheim bis hin zu den Außenwohngruppen, zeigte der Leiter der Wohnstätten Alfons Bäuml auf. 114 Bewohner leben im Wohnheim und in den 5 Gruppenhäusern, 9 in Außenwohngruppen in Weiden und 12 im ambulant betreuten Wohnen. Weiterhin habe man eine Wohngruppe für 9 Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf und 67 Plätze im Pflegeheim. Als einzige Einrichtung in der Oberpfalz hat das HPZ ein eigenes Haus für eine achtköpfige Kinderwohngruppe und dazu sechs Plätze für Kinder mit erhöhtem Pflegebedarf. "Wir stellen die Betreuung von Menschen mit Behinderung vom dritten Lebensjahr bis zu ihrem Tod sicher", resümierte Bäuml.

Haus in Weiden geerbt

Stellvertretende Geschäftsführerin Brigitte Krause führte an, dass vonseiten der Förderschule drei Kooperationsklassen an der Grundschule in Rothenstadt und an der Mittelschule Pirk ausgelagert seien. Mit ihnen liefen viele Projekte.

Eine Erfolgsgeschichte sie die Stiftung "Sonnenblume", berichtete Geschäftsführerin Krause. Vor neun Jahren gegründet, lag das Stiftungsvermögen am Jahresanfang bei 974 356 Euro. 2014 werde die Millionen-Marke geknackt. 2013 verzeichnete die Stiftung 53 433 Euro an Einnahmen. Ausgeschüttet wurden 20 000 Euro für Einrichtungen im HPZ. Krause verriet weiter, dass die Stiftung 10 000 Euro von einer Frau erhalten habe. Außerdem habe ihr eine ältere Frau ein Haus in Weiden vererbt - mit der Auflage, darin eine Wohngruppe für Menschen mit Behinderung einzurichten.
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