Kein Prosit in der Putzstunde

Früher hieß es Polizeistunde oder Sperrzeit und bedeutete, dass es feste Zeiten gab, zu denen Wirtshäuser zusperren mussten - zum Beispiel ab 1 Uhr nachts bis zum Morgen. Seit zehn Jahren ist diese Sperrzeit in Bayern gewaltig reduziert - auf eine "Putzstunde" zwischen 5 und 6 Uhr. Dass die Polizei aber auch diese Regelung ernst nimmt und dass man bei einem Verstoß mit Strafe zu rechnen hat, musste jetzt ein Gaststättenbetreiber in Rieden erfahren.

Am Sonntag um 5.35 Uhr tauchten Polizeibeamte in seinem Lokal auf und stellten fest, dass noch mehrere Gäste dort waren - soeben mit frischen Getränken versorgt - und dass die Musik noch in voller Lautstärke lief. Das war allerdings schnell abgestellt. "Die Gäste verließen im Beisein der Beamten das Lokal", umschreibt der Polizeibericht recht prosaisch das Ende des Umtrunks (oder war es gar ein Zechgelage?). Ebenso unklar bleibt, ob noch jemand austrinken durfte, wie es früher eine bayerische Tradition war. Keinen Zweifel lässt die Polizei dagegen an den Folgen des Gesetzesverstoßes: Dem Wirt flattert demnächst eine Anzeige nach dem Gaststättengesetz ins Haus.
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