Kein Termin für Schließung

Das Damoklesschwert der Schließung hing ja schon einige Jahre über uns.

Für die Kemnather Zweigstelle des Amtsgerichts dürfte der Mittwoch der Anfang vom Ende gewesen sein: Mit der Teilverlagerung des "Zentrums Bayern, Familie und Soziales" nach Kemnath am Stadtplatz wird es für den Fortbestand eng.

Kemnath. (stg) "Viel spricht dafür, dass die Zweigstelle aufgelöst wird", meint auch Thomas Weiß. Der Direktor des Amtsgerichtes Tirschenreuth ist selbst von den Neuigkeiten überrascht worden. Hinweise habe es nicht gegeben. "Das Damoklesschwert der Schließung hing ja schon einige Jahre über uns", erklärt Weiß.

Zur Erinnerung: Die Staatsregierung und die damalige absolute CSU-Mehrheit im Landtag hatte 2003 beschlossen, sämtliche Zweigstellen von Amtsgerichten aufzulösen, darunter auch die Kemnather. Ganz wenige dieser Zweigstellen gibt es bis heute. Eine Nachnutzung des Gebäudes galt als Voraussetzung für die Auflösung. Weil sich für Kemnath keine fand, arbeitete die Zweigstelle weiter. Nun scheint es die Nachnutzung zu geben. Die neue Behörde darf in ein Gebäude ziehen, das der Freistaat vor einigen Jahren - lange nach dem Auflösungsbeschluss - für rund 1,3 Millionen Euro saniert hat.

Mit einem Zeitplan kann Weiß nicht dienen. Der hänge wohl davon ab, wie sich Sozialministerin Emilia Müller die neue Behörde in Kemnath vorstellt. Für den Amtsgerichtsdirektor ist die Schließung eine zweischneidige Sache: "Durch die große Entfernung von Kemnath nach Tirschenreuth geht Bürgernähe verloren, andererseits wird für uns die Organisation deutlich einfacher, wenn alles unter einem Dach ist."

Er beobachte die Entwicklung mit lachendem und weinendem Auge. Die Beschäftigten in Kemnath - inklusive Richter sind dies sieben Personen - werden in die Zentrale integriert. Vorsichtig-optimistisch zeigt sich Weiß, dass zumindest Sprechtage in Kemnath bleiben. Genaueres werde sich in den kommenden Diskussionen herauskristallisieren.
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