Keine Angst vor der Landesliga

Der SV Poppenreuth (links Spielertrainer Miloslav Janovsky) steuert überraschend auf Landesliga-Kurs. Der Neuling überwintert in der Bezirksliga Oberfranken Ost mit sieben Punkten Vorsprung an der Spitze. Bild: hho

Als Aufsteiger mischt der SV Poppenreuth die Konkurrenz in der Bezirksliga Oberfranken Ost kräftig auf. Mit sieben Punkten Vorsprung, bei einem Spiel weniger, führt er souverän die Tabelle an. Dennoch wird über die Verpflichtung neuer Spieler in der Winterpause nachgedacht.

Poppenreuth. (kap) "Ich habe gutes Personal", sagt Miloslav Janovsky. "Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass die Konkurrenz über so wenig Konstanz verfügt. Das haben wir uns zunutze gemacht, denn meine Mannschaft verfügt über eine enorme Stabilität", freut sich der Spielertrainer von Bezirksliga-Herbstmeister SV Poppenreuth.

Intensives Training

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Wer den Tschechen kennt, weiß um seine professionelle Einstellung. "Wir trainieren drei Mal pro Woche, und das intensiv, die restlichen Teams nur zwei Mal. Die machen einen Kreis, laufen etwas und das war's. Dabei nehmen meine Spieler sogar weite Anfahrtswege auf sich."

Janovsky ein Perfektionist

Für den Perfektionisten Janovsky stehen Disziplin, Einhalten der taktischen Vorgaben, Technik und Kondition an oberster Stelle. Bis jetzt setzte seine Truppe alle Vorgaben konsequent um - und wurde dafür belohnt. Allerdings gibt der Tscheche auch zu bedenken, dass seine Mannschaft von einer Krise und schweren Verletzungen verschont geblieben ist. Körperlich fitte Spieler seien für ihn weniger verletzt. Fast immer konnte Janovsky mit dem gleichen Kader antreten.

Zwei Ausfälle kann der 40-Jährige problemlos verkraften, aber dann wird es schon eng. Nicht nur deshalb baut Janovsky vor und will sich in der Winterpause auf dem Spielermarkt umsehen. In seinem Team stehen nämlich drei Akteure, die den 40. Geburtstag bereits hinter sich haben. "Diese will ich mit 20- bis 23-Jährigen ersetzen, um auch für einen möglichen Aufstieg gerüstet zu sein." Angst vor der Landesliga hat er nicht. "Es geht noch immer nur um Sport, nicht um das Leben. Bis zum Saisonende fordere ich Vollgas von meinen Spielern. Was dann passiert, werden wir sehen."

Mit dem bisher Erreichten ist Janovsky mehr als einverstanden. "Poppenreuth hat sich Respekt verschafft und darauf sind wir stolz." Natürlich haben die überwiegend tschechischen Spieler großen Anteil daran. "Die sind heiß auf den deutschen Fußball und wollen sich gut verkaufen, um für größere Vereine wie Bayreuth, Hof oder Weiden interessant zu werden."

Nedbaly kein Thema

Mit dem Wechselgerücht um den Mitterteicher Frantisek Nedbaly macht Janovsky endgültig Schluss. "Was will ich mit einem lange Zeit verletzten Spieler?"

Voll des Lobes über die Arbeit von Janovsky ist SV-Vorsitzender Heribert Pickert. "Seine Handschrift ist unverkennbar. Erstaunlich, wie sich die Truppe entwickelt hat. Das war nicht absehbar. Natürlich versuchen wir der Mannschaft ein ordentliches Umfeld zu geben und dadurch die Ideen des Trainers zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Verjüngung der Mannschaft. Es kann also gut sein, dass während der Winterpause neue, junge Spieler in Poppenreuth auftauchen", sagt Pickert.
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