Keine Chance für Baumdiebe

Die Nachtwache war auf Zack - damit konnte der Emhofer Kirwabaum am Samstag ganz unversehrt aufgestellt werden. Weil man dabei nur auf Muskelkraft setzt, durften auch ein paar zufällig vorbeikommende Kanufahrer mithelfen. Bild: pop

Das Wetter hätte nicht besser sein können: Der Himmel war typisch bayerisch, weiß und blau. Mit der Emhofer Jakobuskirchweih am Wochenende - die südlichste im Landkreis - endet stets der Reigen dieser Feste in Schmidmühlen.

Auftakt zur Kirchweih ist auch in Emhof immer das Baumaufstellen. Altmeister Rudi Werner gab das Kommando, diesmal auch für Verstärkung: Eine Gruppe Kanufahrer aus Regensburg, die auf der Vils auf dem Heimweg war, wurde spontan mit eingebunden. Dabei durfte sich der eine oder andere Paddler sogar als Kommandogeber versuchen - was aber letztlich ein vergeblicher Versuch blieb.

Unter den kritischen Augen vieler Zuschauer war Muskelschmalz gefragt. Rund 40 Emhofer Männer hatten sich am Vilsufer eingefunden, um den Baum in die Senkrechte zu bringen - natürlich nur aus eigener Kraft. Um Schwächeanfällen vorzubeugen, wurden die Burschen und Männer von den Moidln mit Bier versorgt. So dauerte es nicht lange, bis der stattliche Baum mit den weiß und blau geschmückten Kränzen weit hin sichtbar im Vilstal verkündete: In Emhof ist Kirchweih.

In einem Dorf ist das freilich nicht Angelegenheit einiger weniger, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe für den ganzen Ort. Bereits Tage vorher liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Baum holen, Kränze binden, den Stamm bearbeiten und schließlich vor dem Aufstellen herrichten. Dies ist Sache der Kirwapaare - mit einer Aufgabenteilung, die seit vielen Jahrzehnten eingespielt ist.

Bestens bewacht wurden in der Nacht zum Samstag der Baum und auch das Kirwabaumloch. Das war auch gut so. Denn irgendwann in der Dunkelheit machte sich ungebetener Besuch einer benachbarten Ortschaft bemerkbar, der - so kann man vermuten - nichts Gutes im Schilde führte. Allerdings mussten diese Gäste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Danach stand einem zünftigen Fest nichts mehr im Wege.
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