Keine Kehrtwende mehr

Mit einem Kostenvolumen von 160 000 Euro wird das Oberköblitzer Leichenhaus saniert. Die Vorplatzgestaltung ist darin enthalten. Bild: Völkl

Die Angebote liegen vor: 160 000 Euro kostet die Sanierung des Leichenhauses in Oberköblitz. Da mit Blick auf die höher veranschlagten Schätzkosten nach oben noch Luft ist, werden die Wege zur St.-Emmerams-Kirche mitgestaltet.

Wernberg-Köblitz. (cv) Das Thema hatte Wellen geschlagen: Die Neubaupläne waren schon vor geraumer Zeit nach den ersten Architektenplänen, die sich im 400 000 Euro-Bereich bewegten, schnell wieder verworfen worden. Der Marktrat hatte sich für eine Sanierung des Leichenhauses entschieden, die Bauverwaltung hatte ihren Part erledigt. Dann legte in der letzten Sitzung plötzlich Marktrat und Bauunternehmer Hans Zitzler (Freie Wähler) überraschend Pläne auf den Tisch, die er für einen Neubau gefertigt hatte, der in seiner Berechnung nicht gravierend teurer würde als die Sanierung.

Daraufhin wurde das Thema in den Bauausschuss verwiesen, der sich die Situation Ende Juni ansah. Das Gremium entschied mehrheitlich, bei dem Sanierungsbeschluss zu bleiben, Ein Umdenken wäre lediglich angesagt, wenn die Kosten so hoch wären, dass man gleich neu bauen könnte. Die Schätzung der Bauverwaltung lag bei rund 185 000 Euro. Zitzlers Neubau wurde mit 215 000 Euro beziffert, allerdings kämen noch 15 Prozent Planungskosten hinzu. In der letzten Marktratssitzung wurden nun die Ausschreibungsergebnisse bekannt gegeben.

Was saniert wird

Die Arbeiten umfassen folgende Positionen: Behindertengerechter WC-Umbau und ein WC für die Bediensteten (muss getrennt sein), Erneuerung der Dacheindeckung, Absenkung der Bodenplatte im Aufbahrungsraum, Horizontalabdichtung des Mauerwerks, Ringdrainage, Einbau einer kapilarbrechenden Schicht unter der neuen Bodenplatte, Abschlagen des schadhaften Putzes und Aufbringen von Sanierputz, Verputzen der gesamten Wandflächen, Erneuerung/Überarbeitung der Fenster und Türen, Erneuerung der Bodenbeläge und Wandfliesen im Sanitärbereich, Neuinstallation Elektro und Sanitär, Pflasterung des Vorplatzes. "Die Preise sind saisonbedingt günstig ausgefallen", fasste Wolfgang Geitner von der Bauverwaltung zusammen.

Folglich können für 16 000 Euro auch noch die beiden Fußgängerwege zwischen Kirche und Leichenhaus mit gepflastert werden. Der genaue Umfang ist mit noch der Pfarrkirchenstiftung Oberköblitz abzustimmen, da für diesen Friedhofsteil nicht der Markt, sondern die Pfarrkirchenstiftung zuständig ist. Betont wurde, dass das Gebäude in einem denkmalgeschützten Ensemble liegt und bei Veränderungen eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis einzuholen ist.

Markträtin Maria Schlögl (FW) hielt angesichts der realistischen Kosten, die Marktrat Hans Zitzler ermittelt habe, auch einen Neubau für möglich. Eine Sanierung bleibe eine Sanierung. Sie plädierte dafür, "dass wir den Weg eines Neubaus gehen". Bürgermeister Georg Butz führte die Geschäftsordnung an. Gemäß dem Beschluss des Bauausschusses sei nun als Tagesordnungspunkt die Vergabe der Sanierungsarbeiten zu beschließen. Wenn jetzt andere Kriterien ins Feld geführt würden, müsste der Tagesordnungspunkt abgesetzt werden.

Absetzung beantragt

Maria Schlögl beantragte daraufhin, den Punkt abzusetzen und das Thema neu aufzunehmen. Wenn es der Kostenvergleich sinnvoll erscheinen lasse, sollte neu gebaut werden. Bürgermeister Butz gab zu bedenken, dass der Neubau rund 100 000 Euro teurer käme - ohne Wege - und es eine eindeutige Beschlusslage für eine Sanierung gebe. Der Bürgermeister ließ abstimmen: Schlögls Antrag scheiterte mit 12:7 Stimmen. Für eine Absetzung waren Hans Zitzler, Maria Schlögl, Gerhard Bäumler (FW), Christa Mösbauer, Alexander Werner, Christian Liebl (SPD) und Gerhard Schlögl (FBU). Der Marktrat vergab die Einzelpositionen - inklusive Vorplatzgestaltung - aus dem Gesamtvolumen von 160 000 Euro an die günstigsten Bieter. Zusätzlich beauftragt werden die Wege zur Kirche.
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