Keine Möglichkeit, einzugreifen

Anita Müller und Ernst Raab überreichten symbolische Schecks an Bürgermeister Hans Koch (von links). Bild: wku

Wenn Hans Koch aus jeder Bürgerversammlung 2500 Euro an Spenden mitnehmen könnte, dann würde er wohl jeden Monat eine ansetzen. Der Abend in Fichtenhof konfrontierte ihn aber auch mit einem unangenehmen Thema.

"Den Vorwurf, die Gemeinde habe bei der Insolvenz der Golfanlage Königstein geschlafen, muss ich energisch zurückweisen", stellte Bürgermeister Hans Koch bei der Bürgerversammlung in Fichtenhof fest.

Nach dem Gang der Betreibergesellschaft zum Insolvenzgericht habe er einige Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt. Leider seien nicht alle bereit gewesen, ihre Grundstücke weiterhin zur Verfügung zu stellen. "Diese Entscheidung muss man akzeptieren", betonte Koch. Die Gemeinde habe keine Möglichkeit gehabt, einzugreifen, da es sich hier um ein privatwirtschaftliches Unternehmen handle.

Einen umfangreichen Blick auf die Statistik unterlegte der Bürgermeister mit vielen Folien. Derzeit zählt die Marktgemeinde 1723 Einwohner; dazu kommen noch 172 Zweitwohnsitze. Das sind 35 Einwohner weniger als im Vorjahr. Außerdem ist zu erkennen, dass die Einwohner immer älter werden.

Die Zahl der Arbeitsplätze am Ort stieg, sehr zur Freude von Koch, auf mehr als 700. Über 400 Pendler verdienen ihren Lebensunterhalt andernorts.

556 724 Euro Schlüsselzuweisungen vom Staat flossen nach Königstein. Der Anteil der Gemeinde an der Einkommenssteuer lag bei 753 637 Euro. Der Bürgermeister äußerte sich zufrieden mit der Bilanz. Die Schulden seien leicht abgebaut worden. In der Summe von 3,5 Millionen Euro steckten auch die Kredite fürs Abwasser, die durch die entsprechende Gebühren gedeckt seien.

Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt derzeit 2026 Euro; über 100 Euro weniger als im Jahr 2012. Außerdem sei die Steuerkraft auf 487 Euro gestiegen, erklärte der Bürgermeister. Das bedeute aber auch, dass die staatlichen Zuschüsse geringer ausfallen und die Kreisumlage steigt.

Im Namen der Bürgerwind Königstein überreichte Beiratsmitglied Ernst Raab eine Spende von 2000 Euro. Sie solle für öffentliche Einrichtungen in der Gemeinde verwendet werden, zum Beispiel für Bolzplätze in Hannesreuth und Pruihausen. Anita Müller von der örtlichen Sparkasse überreichte einen Scheck über 500 Euro. Bürgermeister Hans Koch glaubte, dass die Gemeindebücherei und der Kindergarten das Geld gut gebrauchen könnten.

Mit dem Besuch der Versammlung war das Gemeindeoberhaupt hochzufrieden. Über 50 Personen füllten die Wirtsstube, darunter fast der gesamte Marktrat.
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