Keine Tabus beim Sparen

Gebetsmühlenartig betonen der Bürgermeister und alle Fraktionen seit Jahren, dass die öffentlichen Einrichtungen der Stadt Mitterteich mit ihren hohen Kosten massiv den Haushalt belasten. Doch außer einigen überschaubaren Einsparungen und moderaten Eintrittspreis-Erhöhungen ist bisher nichts passiert.

Während die Einwohnerzahl stetig sinkt und damit auch die Zahl der Nutzer, steigen die Fixkosten weiter an. Ganz zu schweigen von Reparatur- und Sanierungsarbeiten, die immer wieder anfallen. So kann es nicht weitergehen, das Hoffen auf ein Stabilisierungshilfen-Abonnement reicht nicht aus.

Vor zwei Jahren schon hat der damalige Stadtrat Erhard Sommer mehr Mut zum Sparen gefordert. Andreas Kempf ging jetzt noch einen Schritt weiter und hat konkret ausgesprochen, was den Haushalt wirklich entlasten würde: die Schließung der einen oder anderen Einrichtung. Es darf kein Tabu sein, über unpopuläre Maßnahmen nachzudenken. Es muss erlaubt sein zu fragen, ob Kosten und Besucherzahlen noch in einem gesunden Verhältnis stehen. Die reflexartige Ablehnung solcher Überlegungen macht die Lage sicher nicht besser.

Ist es etwa noch zeitgemäß, dass Mitterteich angesichts der nahen Kreiseinrichtungen in Waldsassen und Tirschenreuth und des Sibyllenbads auf Dauer ein eigenes Hallenbad unterhält - bei etwa 8500 Besuchern pro Jahr? Ist es zu viel verlangt, fürs Schwimmvergnügen ein paar Kilometer auf sich zu nehmen? Natürlich ist nicht jeder mobil, aber im Landkreis gibt es das "Baxi" - zudem könnten Fahrdienste und Fahrgemeinschaften eingerichtet werden.

Die vielbeschworene interkommunale Zusammenarbeit sollte mittelfristig auch die Reduzierung und den gemeinsamen Betrieb bestehender Einrichtungen einschließen - entgegen aller Rivalitäten zwischen bestimmten Städten und Gemeinden.
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