Keller unterm "Daddy" erhalten

Architekt Josef Weber unterbreitete zwei Vorschläge, wie nach dem Abbruch des Daddy-Hauses das Areal gestaltet werden könnte. Bild: bkr

Für Generationen war der "Daddy" als Wirtshaus, Bar und zuletzt als Café Kreuzer Dreh-, Angel- und Treffpunkt. Gottesdienstbesucher, die die letzten Stufen zur Kirche nicht schafften, feierten dort "Henkelmesse". Nun soll "Daddy" abgerissen werden. Wie der Platz dann gestaltet wird, war Thema im Gemeinderat.

Kulmain. (bkr) Architekt Josef Weber vom Deutschen Institut für Stadt und Raum aus Regensburg schlug am Dienstag dem Gremium zwei Varianten vor. Vorgespräche gab es bei der Regierung der Oberpfalz, berichtete Bürgermeister Günter Kopp.

Früherer Zweck unklar

Der Abriss des über 100 Jahre alten Gebäudes ist Teil der Städtebausanierung. Offen blieben bislang der Umfang der Abbrucharbeiten und die folgende Nutzung des Platzes. Josef Weber betrachtete nun den Untergrund des Daddy-Anwesens. Dazu gehören die von Hand in den Sandstein gehauenen Keller. Ihre historische Bedeutungen sei unklar. Unter Denkmalschutz stehen sie nicht. Nachforschungen wären lohnend. "Waren es reine Lagerräume, zum Beispiel für Bier?", fragte Weber. In die Gestaltung des Anwesens müsse der leere Platz der ehemaligen Speckermühle einbezogen und abgestimmt werden. Park- und Festplatz wären denkbar, dazu im zweiten Bauabschnitt eine Erweiterung zum Bach mit Sitzstufen am Wasser.

Drei Keller gehören zum Sanierungsbereich und ein vierter zum Daddy-Haus, der zugleich als Zugang zum Obergeschoss diente. In der ersten Variante schlug der Architekt vor, alle Keller und die Stützmauer zu erhalten sowie die darüberliegende Fläche als Terrasse zu nutzen. Zwei Treppenaufgänge könnten von der Hauptstraße auf das neue und begrünte Plateau mit Sitzbereichen führen. Als Treffpunkt gestaltet, biete es einen schönen Ausblick auf den Festplatz.

Nicht begeistern konnte Josef Weber die Gemeinderäte mit einer zweiten Möglichkeit. Sie sah vor, mit dem Daddy-Haus gleichzeitig die Stützmauer zur Hauptstraße zu entfernen und das Areal aufgrund der Hanglage anzuböschen. Die Kelleranlagen würden geöffnet. Sie könnten verfüllt oder umgestaltet werden.

"Die Mauer ist signifikant", widersprach Dietmar Scherer (CSU). Gerd Schönfelder (Bürgerliste) sah im ersten Vorschlag einen Platzgewinn. Zuvor hatte bereits Hans-Gerd Reindl (SPD) plädiert, die Keller zu erhalten, auch wenn sie zurzeit nicht gebraucht werden. Auch aus historischen Gründen pflichtete ihm Fraktionskollegin Sybille Bayer bei.

Für Asylanten ungeeignet

Keine "dankbare" dritte Variante ist nach den Worten von Bürgermeister Günter Kopp, das Daddy-Haus für die Unterbringung von Asylanten zu sanieren und auf das angekündigtes Programm zu warten. Das Gebäude sei als Wohnhaus ungeeignet, unterstrich der Rathauschef.

Gewinner des Abbruchs ist die Pfarrkirche. Das Gotteshaus erfährt durch den freien Blick von der Hauptstraße eine Aufwertung. Die Gemeinderäte beauftragten Architekt Josef Weber, mit der ersten Variante weiter zu planen. Sie werden sich demnächst mit den Fördermöglichkeiten und dem finanziellen Aufwand der Kommune befassen.
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