Kfz-Technik: Segen und Fluch

Seminarleiter Uwe Irrgang (links) verfolgte aufmerksam die Arbeit mit dem Rettungsspreizer.

Wie bekommt man einen Verletzten aus einem Unfallfahrzeug heraus? Antworten auf diese Frage erarbeiteten Mitglieder von sechs Feuerwehren aus dem Unteren Vilstal. In der Theorie - vor allem aber in der Praxis.

(sön) "Patientengerechte Unfallrettung Pkw" war das eintägige Seminar überschrieben. Im Schulungsraum des Gerätehauses der FFW Vilshofen thematisierten Gebietsleiter Uwe Irrgang und sein Kollege Ralf Sommer von der Firma Weber-Hydraulik am Samstagvormittag die Grundlagen der Unfallrettung. 32 Aktive der Wehren aus Schmidmühlen. Winbuch, Rieden, Ensdorf, Wolfsbach und natürlich auch Vilshofen informierten sich über Standard-Einsatz-Regeln, Sicherung, Lageerkundung, Erstöffnung eines Pkw, Versorgungs- und Befreiungsöffnung sowie die Folgearbeiten. "Nach Kontaktaufnahme mit den Verunfallten ist deren Bewegung möglichst zu vermeiden und ihre Betreuung sicherzustellen", betonten die Seminarleiter. Unbedingt müssten die Retter aber auch die weitere Lage erkunden - und etwa auf austretende Stoffe wie Öl oder Benzin als zusätzliche Gefahr achten.

Im Detail gingen die Referenten auf die Betreuung und Versorgung von Verletzten ein, aber auch auf den Weg ins Innere des Fahrzeugs. Bei der Versorgungs- und Befreiungsöffnung müsse man die neuen Fahrzeugtechnologien beachten, betonte Uwe Irrgang ausdrücklich. Hierbei würden zwei Grundsätze gelten: "Es gibt an jedem Fahrzeug Bauteile, die man besser nicht beschädigen, beziehungsweise umgehen sollte" und "sicheres Arbeiten an einem Fahrzeug erfordert die möglichst vollständige Deaktivierung".

Am Nachmittag ging es auf dem Campingplatz beim Waldhotel in Kreuth an die Praxis. Hatte am Vormittag Riedens Bürgermeister Erwin Geitner die Seminarteilnehmer willkommen geheißen, informierten sich in Kreuth Kreisbrandrat Fredi Weiß und Kreisbrandinspektor Hubert Blödt mit Ensdorfs 2. Bürgermeister Karl Roppert. Die Zahl der Teilnehmer hatte sich inzwischen auf knapp 50 erhöht.

Drei Schrottfahrzeuge hatte Vilshofens Kommandant Rudi Beck besorgt. Nun zeigte an diesen - eines in Dach-, eines in Seiten- und eines in Normallage - Uwe Irrgang und Ralf Sommer den Umgang mit Rettungsschere und -spreizer. Nach Fahrzeugsicherung und Patienten-Erstversorgung galt es, Problemstellen zu vermeiden. Die Retter waren gefordert, die Kraft ihrer Geräte direkt ans Material zu bringen, um deren Höchstdruck zu erreichen.

Nach vier Stunden intensiver Arbeit bilanzierte Irrgang: "Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten des Geräteeinsatzes in der Praxis aufgezeigt, konnten die Kenntnisse der Teilnehmer vertiefen."
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