Kinder mit einem "harten Job"

Auf der Wiese wächst mehr als nur Gras: Die Mädchen und Buben des Städtischen Kindergartens wussten davon bei ihrem Sommerfest einige Lieder zu singen. Die Leiterin Annemarie Förster verriet eine Neuerung, die ab Herbst kommt.

Angesichts schlechter Wettervorhersagen fiel die Entscheidung, das Sommerfest des Städtischen Kindergartens vom Maffei-Gelände in die Helmut-Ott-Halle zu verlegen. So wurde trotz des Regens ein Bilderbuch-Fest daraus.

Für Sonne sorgten die vielen kleinen Akteure. Mit vollem Einsatz spielten sie ein buntes Programm durch, das Eltern, Geschwister, Großeltern und zahlreiche Gäste begeisterte. Getreu dem Jahresthema "Auf der Wiese wächst mehr als nur Gras" verwandelten sie in aufwendigen Kostümen die Turnhalle in eine bunte Sommerwiese. Für die Regie und das Musikrepertoire zeichnete Rosi Klein verantwortlich.

Während die unter Dreijährigen viel Applaus mit ihrer "Raupe Ursula" einheimsten, gefielen die größeren Kinder mit "Biene Maja" und der "kleinen Raupe Nimmersatt". Kaum aus dem Ei geschlüpft, wollte sie nur noch fressen. Eine ganze Woche lang futtert sie sich durch Gemüse, Obst und Süßigkeiten, bis sie kugelrund wird und arge Bauchschmerzen verspürt. Dann baut sie sich einen Kokon, aus dem ein schillernder Schmetterling schlüpft.

Elfengleich schwebten die Vorschulkinder beim Schmetterlingstanz vor dem Publikum. Im Chor besangen die 26 Mädchen und Buben in einem Lied aus der Feder von Martina Zimmermann, die sie auch an der Gitarre begleitete, was sie beim Schulanfang erwartet: "Heut braucht jedes Kind ein Superhirn, müssen mit sechs Jahren schon alles kapier'n. Wir sind die Kinder mit einem harten Job, doch zum Abschied sind wir top. Heutzutage kommst in d'Schul bloß rein, wennst lesen kannst, rechnen und am besten scho' schreibm. Diese Arbeit übernimmt das Förster-Team, wir sind im besten Kiga drin. Doch jetzt ist es für uns so weit, aus ist die Kindergartenzeit. Jetzt nehmen wir die Lehrer ran. Mal schau'n, wie viel Nerven die so ham."

Mit "Super" und "Bravo" reagierte Bürgermeister Joachim Neuß auf die Leistung der kleinen Schauspieler. Als er fragte, wie lange sie das denn geprobt hätten, verriet ihm ein Bub: "Die ganze Zeit."

Bei Purzels Traumtheater aus Nürnberg mit dem Stück "Bli-Bla-Blütenträume" durften sich die Kinder entspannt zurücklehnen und genießen. Richtig ins Zeug gelegt hatte sich der Elternbeirat, der für das rund fünfstündige Fest Grillspezialitäten sowie Kaffee und Kuchen auffuhr. Vorsitzende Ramona Merkel wusste das Engagement aller Helfer zu würdigen. Für die Kleinsten war Abwechslung geboten. So mischten sie sich unter Anleitung ein Kräutersalz, stellten Buttons her oder bastelten Taschenspiegel.

130 Kinder (einschließlich Krippe) besuchen derzeit den städtischen Kindergarten. Die Leiterin Annemarie Förster warf den Blick voraus auf eine Änderung ab dem Herbst: Aus einer "normalen" Gruppe wird wegen der vielen Anmeldungen für Kinder unter drei Jahren eine Kleinkindgruppe gebildet. Die Genehmigung vom Landratsamt liegt bereits vor.
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