Kindergarten: Gebühr steigt

Lang und leidenschaftlich diskutierten die Gemeinderäte am Dienstag über die Anhebung der Kindergartengebühren. Keinem fiel es am Ende leicht, sein Ja zu einer moderaten Erhöhung zu geben.

Kulmain. (bkr) Vor den Biss in den sauren Apfel erinnerte Bürgermeister Günter Kopp nochmals an die unmissverständliche Forderung, die Kindergartengebühren mit in die Konsolidierung des Haushalts einzubeziehen. "Wir müssen konkrete Maßnahmen ergreifen und dürfen nicht nur reden. Wir müssen den Willen zeigen, Eigenmittel zu generieren. Seit fünf Jahren wurden die Kindergartengebühren nicht mehr angepasst und es ist klar, dass die Eltern belastet werden", sagte Kopp, dessen großes Anliegen es war, die Stabilisierungshilfe weiter zu sichern.

Zweiter Bürgermeister Albert Sollfrank erinnerte an die erhaltene eine Million Euro in den vergangenen zwei Jahren. Sie stellten eine enorme Entlastung für die Gemeinde dar.

250 000 Euro Defizit

Jährlich trägt die Gemeinde ein Defizit von 250 000 Euro aus dem Betrieb ihres Kindergartens. Auf dem Tisch lag Kopps Vorschlag, die Gebühren ab 1. September im oberen Segment um zehn und im unteren um fünf Euro zu anzuheben. Das würde jährliche Mehreinnahmen von rund 5000 Euro mit sich bringen.

Für Jürgen Christl (Bürgerliste), stellte sich das Problem, dass Kulmain zur Spitze bei den Kindergartengebühren aufsteigen würde, mit der Gefahr der Abwanderung von Mädchen und Buben zu anderen Horten. Gegen eine Vorreiterrolle sprach sich Harald Tretter (Freie Wähler) aus. Auch deshalb, weil Kulmain bereits eine Spitzenposition bei den Gebühren einnehme. Als Siedlungsgemeinde sei man auf Einwohner angewiesen. "Die 5000 Euro reißen es nicht heraus", meinte er, nachdem er auch auf die hohen Aufwendungen für die Ursachenforschung beim Rathaus geblickt hatte.

Die Gefahr der Abwanderung befürchtete ebenfalls Sybille Bayer (SPD). Sie sah aber auch einen Gegenwert in der qualitativ hochwertigen Arbeit des Kindergartens. Nach ihren Worten fängt die Erhöhung die tariflichen Lohnsteigerungen beim Personal der zurückliegenden Jahre nicht auf. Personaleinsparungen wäre jedoch nicht der richtige Schritt.

Eine Mehrbelastung von 50 Cent pro Tag und Kind errechnete Albert Sollfrank bei zehn Euro mehr im Monat. Das Defizit des Horts würde sich nur um drei Prozent reduzieren. "Fünf Jahre haben wir nichts gemacht. Es wäre zu überlegen, die Gebühren alle zwei Jahre anzupassen, damit es nicht so drastisch wird."

Mit einer Erhöhung setze die Gemeinde ein Signal für weitere Stabilisierungshilfen, die in weit größerem Umfang die Bürger entlasteten, betonte Florian Bayer (CSU). Bezogen auf fünf Jahre, bedeute eine Erhöhung von fünf Euro im Monat nur eine solche von einem Euro, rechnete Elisabeth Sollfrank (Freie Wähler) vor. Kopp schlug schließlich vor, die Gebühren für den Kindergarten und die Kindertagesstätte ab 1. September 2015 einheitlich um fünf Euro und im oberen Bereich ab 1. September 2016 nochmals um fünf Euro zu erhöhen.

Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile beschloss das Gremium einstimmig, die "bittere Pille" zu schlucken und die Gebühren entsprechend dem Vorschlag des Bürgermeisters anzupassen. Finanziell schwachen Familien könne entgegengekommen werden, wurde hingewiesen.
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