"Kirche wichtigster Partner"

Der ehemalige Landtagsvizepräsident Franz Maget erwies sich als angenehmer und nahbarer Gesprächspartner, der bei seiner Buchvorstellung "Kirche und SPD" viele Zuhörer lockte. Bild: dob

Das C für "Christlich" steht bei der Union im Parteinamen. Dass aber mittlerweile auch die Sozialdemokraten und die Kirche zusammengehen, verdeutlichte der ehemalige Landtagsvizepräsident Franz Maget bei einer Buchvorstellung im Gasthaus Sparrer-Wirt.

"Kirche und SPD - Von Gegnerschaft zu Gemeinsamkeiten" ist der Titel des Werkes. Es geht darin unter anderem um die Frage: "Dürfen oder sollen sich Christen in die Politik einmischen?" Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm geht soweit, dass er den Satz prägte: "Wer christlich ist, muss politisch sein." Das Buch veröffentlichte der SPD-Mann anlässlich des Katholikentags in Regensburg. Es liefert reichlich Diskussionsstoff. Wer bisher glaubte, Kirche und SPD passen nicht zusammen, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt.

Geistreicher Vortrag

Maget sammelte für das Werk Aufsätze von führenden Vertretern beider christlicher Kirchen sowie von namhaften sozialdemokratischen Politikern. Es ist ein ganz und gar ökumenisches Buch. Der Vortrag ist geistreich. Man merkt, dass sich der ehemalige Politiker mit Oberpfälzer Wurzeln aus katholischem Elternhaus (der Vater kommt aus Beilngries und die Mutter aus Kemnath) wohl fühlt. Er entschuldigte sich sogar "für den ersten sonnigen Biergarten-Abend seit langer Zeit", auf den die Zuhörer verzichten müssten, um ihm zu lauschen.

Der 61-Jährige erklärte: "Ich will nicht sagen, dass wir schon eine gemeinsame Institution sind." In der Kirche erkenne er aber den wichtigsten Bündnispartner in Flüchtlingsfragen. Außerdem dürfe nicht vergessen werden: Die Kirchen sind die größten Arbeitgeber im Land. "Sie sind wichtige Organisationen und das Wort der Kirche hat Gewicht." Maget versicherte: "Wir brauchen die kirchliche Stimme in unserer Gesellschaft - heute mehr als je zuvor." Der Dreiklang Frieden, Gerechtigkeit und Erhalt der Schöpfung als kirchliche Aufgaben sei auch im SPD-Programm verankert. Den christlichen Satz "Jeder trage des anderen Last" könne man getrost in jedes SPD-Parteibuch schreiben. Landtagsabgeordnete Annette Karl, die selbst aus der katholischen Jugendbewegung kommt, war überwältigt angesichts des Interesses an der Buchvorstellung. Unter den Zuhörern befanden sich neben einer KAB-Delegation aus dem Landkreis auch etliche Geistliche aus der Region.
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