Kirchenpfleger Richard Bäumler präsentiert den Verein "Hoffnung für Menschen"
Auf einmal ist Indien ganz nah

"Das Einzige, was die Armut beseitigen kann, ist, miteinander zu teilen." Diese Aussage von Mutter Teresa beschreibt hervorragend die soziale, ehrenamtliche Arbeit des Vereins "Hoffnung für Menschen" (HfM) mit Sitz in Weiden. "Zukunft durch Bildung" und "Hilfe zur Selbsthilfe" sind seine Prinzipien. Mit einem Abend im Theuerner Pfarrheim gab Kirchenpfleger Richard Bäumler HfM Gelegenheit, sich Interessierten vorzustellen.

Eindrücke aus Indien

Bäumler, selbst seit vielen Jahren Mitglied, hatte mit seiner Tochter Shirona den Verein im September bei einem der jährlichen Besuche in Südindien begleitet. Er hat seine Eindrücke in Bildern festgehalten, die er in Theuern präsentierte. Der Haupt-Initiator des Hilfsprojekts, Pfarrer Antony Soosai, der seit 13 Jahren in "Klein-Sibirien", in der Pfarrei Georgenberg wirkt, stellte seine indische Heimat und die dortigen Zustände an der Südspitze von Indien vor. Sein Vater sei als Fischer sehr früh gestorben. Er habe ihn als zehnjährigen Halbwaisen und seine Mutter als Witwe mit insgesamt vier Kindern zurückgelassen.

Eine Frau in Indien gilt erst dann als Person, wenn sie verheiratet ist. Stirbt ihr Mann, verliert sie ihre Persönlichkeit, hat keine Rechte mehr, darf keine bunten Kleider mehr tragen und wird sogar für den Tod des Mannes verantwortlich gemacht. Andere meiden den Blickkontakt mit ihr, weil er angeblich Unglück bringt. In dieser Situation wurde Antonys Mutter mit ihren kleinen Kindern von seinem Onkel, dem Priester "Father Charles", in Obhut genommen.

Ihnen wurde damit trotz der Umstände ein gutes Leben ermöglicht, die Kinder durften die Schule besuchen, Ausbildungen machen und sind heute gut verdienende Männer und Frauen. Damals schwor sich der kleine Antony, dass er später auch einmal Pfarrer werden würde, um Gott dafür zu danken, dass es der Familie so gut ging.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der sympathische Inder, der in seiner neuen Heimat Georgenberg sehr gerne "Dotsch und Schwammerlbrühe" isst und Bayerisch nicht nur versteht, sondern auch gut spricht, hat seinen Plan in die Tat umgesetzt. Vor zehn Jahren gründete er mit zwei Mitstreitern HfM. Dieser unterstützt seitdem zahlreiche Projekte im Bundesstaat Tamil Nadu. 2004 hat ein Tsunami dort große Verwüstungen angerichtet. Damals, bereits kurz nach seiner Gründung, gelang es dem Verein, mit der Finanzierung von Hundert mit Netzen ausgestatteten Fischerbooten ebenso vielen Familien ihr Weiterleben zu sichern. Hilfe zur Selbsthilfe haben sich seitdem die Mitglieder auf die Fahnen geschrieben. (Hintergrund)
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