Kirchweih wird symbolisch zu Grabe getragen
Großes Wehklagen unterm Kirwa-Baum

Die Vorsitzenden selbst übernahmen die traurige Pflicht: Sebastian Wohlrab und Andreas Theobald (von links), die beiden Vorsitzenden des Kirwa-Vereins, beerdigten symbolisch die Kirchweih. Bild: rn
"Grob' ma s' ei oder grob'ma s' net ei?" Diese Frage stellte sich der Kirwa-Verein. Die für den Montag fest angekündigte Trauerfeier mit Kirwa-Ausklang ließ ihm aber keine andere Wahl: Nach mehrtägigen Festlichkeiten wurde - in Anlehnung an "Aladin und die Wunderlampe" - die Kirwa in Bier- und "Klopfer"-Flaschen konserviert und in einer geradezu bewegenden Zeremonie mit dem Satz "Ruhe in Frieden" beigesetzt.

Dort wo die Kirwa vor sechs Tagen feierlich und mit frohlockenden Rufen erweckt wurde, beklagten Kirwa-Verein und eine große Trauergemeinde nun ihr Ableben. Dazwischen lagen die Zoigl-Kirwa des Heimatvereins und das Oktoberfest des VW-Teams, die Feier eines Gottesdienstes in der Pfarrkirche, der Weißwurstfrühschoppen und ein geselliger Nachmittag.

Auch zum Ausklang hatte der Kirwa-Verein offiziellen "Begleitschutz" in Form von zweitem Bürgermeister Karl Lorenz und Vinzenz Dachauer, dem Vorsitzenden des Stadtverbands. Im Zelt am Marienplatz herrschte bereits am Nachmittag Kirchweih-Atmosphäre. Die Küche der Gaststätte Wolfram stellte dabei erneut ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis und zwei Musikanten aus der Nachbarschaft holten spontan ihre Instrumente herbei.

Hinzu kam, dass die Sänger der "Liedertafel" bei der Chorprobe in Weiherhammer durstige Kehlen bekommen hatten. Sie erschienen gerade rechtzeitig zum Trauerzug: Unter Musikbegleitung zog die große Trauergemeinde über Marienplatz und Grünanlage zum Kirwa-Baum.

Einzige Hoffnung

Mit großem Zeremoniell versenkten die Vorsitzenden Sebastian Wohlrab und Andreas Theobald dort zwei Flaschen Bier mit "Klopfer"-Gehänge in der von den Kirwa-Moidla mit Kerzen markierten Beisetzungsstätte. Dabei herrschte Heulen und Zähneknirschen. Einzige Hoffnung war die sichere Zuversicht auf die Auferstehung der Kirwa im nächsten Jahr.

Deshalb war auf dem Rückmarsch auch schon wieder flotte Marschmusik angesagt. Beim Leichentrunk danach gaben die Sänger der "Liedertafel" den Ton an. Die nicht zu kurze Nachfeier hatte ihre besonderen Reize - und der sehr junge Kirwa-Verein seine Bewährungsprobe bestanden.
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