Kirwa im Mini-Format

Erfahrungen für eine spätere Karriere unter den Kirwabäumen der Region sammelten die Mädchen und Buben des Kindergartens. Bild: fm

Es gibt zwei Arten von Kirchweihen - mit Baum und ohne. Arzlohe hat zwar einen, aber den tanzen Paare aus, die noch in den Lehrjahren sind.

Diese Aufgabe übernehmen die Mädchen und Buben aus dem Kindergarten. Einmalig ist auch der Gottesdienst, der in der Kapellenruine gefeiert wird.

Er lockte Scharen von Christen aus dem Ort, der Gemeinde Pommelsbrunn und dem Umland an. Im Dorf hörten sie einem Platzkonzert der vereinigten Posaunenchöre Pommelsbrunn, Hartmannshof und Hohenstadt zu, die Katharina Polster dirigierte. Die Pfarrer Judith Felsner und Georg Pilhofer führten dann den Zug der Gläubigen zur Kapellenruine mitten in den Feldern an. Mächtige Linden spannen ein Blätterdach über den alten Mauerresten.

Pfarrer Georg Pilhofer vertiefte sich in den Begriff Kirchweih als "Tauftag" für die Gotteshäuser. Schon im Alten Testament ist vom "Zelt Gottes" die Rede. Der Prediger schloss, dass nicht Gott die großen Kirchenbauten braucht, sondern die Menschen - für Einkehr, Gebet und Feiern.

Nach dem Segen warteten die Angebote des Kirchweihmarkts auf Käufer. Er erinnerte an frühere Zeiten, in denen Gürtel, Mützen, Haushaltswaren nicht im Kaufhaus, sondern auf der Straße ausgebreitet lagen. Oder die vielen Körbe, selbst gemachte Seifen, Zimmer- und Hausschmuck, Baby- und Kinderkleidung, Spielzeug und Honig.

Den Loskäufern beim Obst- und Gartenbauverein blühten viele Pflanzen und Blumenstöcke als Gewinne. Am Stand mit Süßigkeiten kamen die Kinder nicht vorbei. Das Gasthaus Zur Waldesruh lieferte den herzhaften Kirwaschmaus. Dazu spielte die Bergwald-Musik auf.

Am Nachmittag wurde es quicklebendig, als sich die Kleinen der Kindergärten in Dirndl und Lederhosen zum Austanzen aufstellten. Gut 20 kleine Paare machten ihre ersten Tanz- bzw. Gehversuche zur Musik, während die Großen gängige Kirwalieder sangen. Alles war echt, auch Strauß und Hut. Als der Wecker klingelte, waren Lenja und Franz im Besitz dieser Kennzeichen. Beim Herunterholen seiner Geschenke vom Baum mussten allerdings kräftige Männerhände das Oberkirwapaar in die Höhe heben.
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