Kirwa Mexicana

Erst der alte Bulldog vom Plößner Sepp (links), dann nur noch Muskelkraft: Mehr brauchten die Filchendorfer nicht, um den Kirwabaum auf den Festplatz und dann in die Senkrechte zu bekommen.

Trotz Zeitumstellung: Filchendorfs Jugend bekam am Wochenende wenig Schlaf. Fünf Tage dauerte die Kirwa. Zu den Höhepunkten gehörten das Kirwabaum-Aufstellen am Samstag und die "Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben" am Sonntag.

Die Kirwa begann am Donnerstagabend bei der Feuerwehr. Sie tischte Krenfleisch auf. Schon am frühen Abend waren alle Plätze besetzt, die "Weinwallfahrer" sorgten für "Kirwamusi". Ab Freitag ging es in der Adam-Porsch-Halle weiter. Bei der "Disco Party" sorgten "DJ Udo H." und "DJ Olly P." für die Musik zum Motto "Viva La Mexico". In der Bar servierten die Organisatoren "Mexikanische Shots".

Am Samstagnachmittag waren die "Stärksten des Dorfes" gefordert. Es galt, den Kirwabaum vor der Adam Porsch Halle aufzustellen. Zuvor hatten ihn die Kirwaboum und -madla am Dorfrand geschmückt. Begleitet von den "Filchendorfer Musikanten" transportierte ihn der "Plößner Sepp" mit seinem Oldtimer-Bulldog zum Festplatz.

Am Sonntag zogen die Kirwaboum und -madla in Kirwatracht zur Musik der "Weinwallfahrer" durchs Dorf. Die applaudierenden Zuschauer bekamen "Original Filchendorfer Küchla". Nach dem Einzug in die Halle warteten alle gespannt auf die Aufführung der "Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben".

Dieses Jahr spielte sich das Geschehen in Mexiko ab. Der Feuerwehrvorstand war dorthin gereist. Am Urlaubsdomizil unterhielt sich die Reisegruppe über die Vorkommnisse des vergangenen Jahres unterm Rauhen Kulm. Nach jeder Szene trat das "Kirwamadl-Quartett" auf und fasste das Gehörte in Gesangsform zusammen.

Eine Geburtstagsparty im neuen Dorfhaisl, ein missglückter Werbeabend der Feuerwehr und die viele Feuerwehrübungen waren Themen, die die Akteure mit "spitzer Zunge" besprachen. Aber auch die Neustädter bekamen ihr Fett weg. Die Wehr der Kulmstadt war zum "Brand des Rauhen Kulms" ausgerückt. Am Einsatzort stellte sich heraus, dass die vermeintlichen Rauchschwaden ein Schwarm fliegender Ameisen war. Für den Einsatz haben's die Filchendorfer nicht brauchen können, beschwerten sich die Experten. Ohne Auto tut sich die Dorfwehr schwer beim Einsatz für den Nächsten. Dies war ein Wink an den anwesenden Bürgermeister, der von den Plänen nicht viel hält.

Bei der Stadtsanierung geht es wegen der Streitereien mit Anliegern nicht weiter. "Die wollen nichts verändern und ma könnt' fast meinen, die woll'n ins Mittelalter zurück", mutmaßten die Akteure. Im folgenden Lied riet das Kirwamadl-Quartett "Gebt euch die Hand und schaut übern Tellerrand, die Zeit ist reif für ein bisserl Einigkeit".

Den Bürgermeister hatte eine Filchendorferin geschreckt, als dieser sein Elektroauto an einer Steckdose im Dorf aufladen wollte. Nachdem sie ihm erklärt hatte, dass er "Atomstrom" in sein "Ökoauto" füllen würde, hat das Stadtoberhaupt angeblich die Flucht ergriffen. Der Auftritt der Kirwa-Theatergruppe wurde mit viel Beifall belohnt.

Bei der anschließenden Verlosung des Kirwabaums gab es Reise nach Jerusalem auf mexikanisch: Zunächst wurden fünf potenzielle Gewinner ausgelost. Die mussten sich zur Musik der Weinwallfahrer gegenseitig Sombreros aufsetzen, wobei ein Hut fehlte. Derjenige, der nach dem Musikstopp ohne Kopfbedeckung da stand, musste ausscheiden. Schließlich blieb Gerald Pühl übrig und Kirwamoidl Nadja Schmidt gratulierte ihm zum Gewinn des Kirwabaums.
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