Kirwabrauchtum live: Die Rache für ein gestohlenes Fass

So fand Kirwabou Sebastian Melchner (27) am Morgen danach sein Auto vor. Bild: hfz
Wehe den Kirwaboum aus Kirchenreinbach! Sie dürfen sich auf die eine oder andere Gemeinheit gefasst machen, wenn sie Ende September die Kirchweih im sechs Kilometer entfernten Eschenfelden besuchen. Aus einer kleinen Neckerei bei ihrem Fest hat sich eine grandiose Posse entwickelt, die wieder einmal zeigt, wie quicklebendig das Kirchweihbrauchtum in der Region ist. Ihren Ausgang nahm die ganze Geschichte bei den feixenden Burschen aus Eschenfelden. Sie hatten sich für den Besuch der Kirwa in "Ramba" schon vorher fest eine Spitzbüberei vorgenommen. Als sie am Ort der Festivität angekommen waren, sahen sie, wie der Leiterwagen mit dem Allerheiligsten - also dem Bierfassl - der Kirchenreinbacher Burschen mutterseelenallein herumstand. Was für eine Gelegenheit! Klar, dass das Gefährt samt Fass in Geiselhaft genommen wurde.

Dieser Coup musste begossen werden, dachte sich auch Sebastian Melchner (27), der zu der Truppe aus Eschenfelden gehörte. Als er nach einer langen Kirwa-Nacht dann aber sein grünen Opel Corsa auf dem Parkplatz stehen sah, musste er feststellen, dass das Fahrzeug aufgebockt war und sämtliche Räder fehlten. "Anfangs war ich schon stocksauer", gibt Melchner heute zu. Gegen 7 Uhr habe er beim Dorfbäcker einen älteren Kirchenreinbacher getroffen und diesem ganz schön eingeheizt. "Der hat dann gleich seinen Sohn zur Sau gemacht. Und eine Viertelstunde später waren die Reifen wieder dran." Nicht nur die - zwischen Wischer und Windschutzscheibe klemmte auch eine Postkarte mit dem Aufdruck "Von Herzen die besten Glückwünsche! Denk immer daran: Du bist etwas ganz Besonderes, genau wie dieser Tag!" Handschriftlich war auf die Rückseite geschrieben: "Achtung: Bitte nach 50 Kilometern Radschrauben nachziehen lassen." Als er wieder nüchtern war, holte Melchner das Auto ab, das übrigens nicht ihm, sondern seiner Oma gehört. Ist jetzt alles wieder gut? "Das werden wir dann schon sehen, wenn die Kirchenreinbacher zu uns auf die Kirwa kommen", sagt Melchner. Das Kirchweihfest in Eschenfelden (25. bis 28. September) verspricht heuer spannend zu werden.
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