Kläranlage ist überlastet

Großes hat die Stadt Kemnath für die Kläranlage geplant - nämlich Investitionskosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro zur Umstellung auf anaerobe Schlammstabilisierung. Bild: stg

Es war ein ganzes Bündel an Zahlen, Abkürzungen und technischen Details, das dem Stadtrat vorlag. Die Quintessenz: Der Weg bei der Abwasserentsorgung geht wohl von bisher aerobe (mit Sauerstoffzufuhr) auf anaerobe Schlammstabilisierung. Im Gespräch sind Investitionen in Höhe von etwa 3,2 Millionen Euro für die Kläranlage.

Kemnath. (stg) Stefan Haider von H2Office präsentierte Ergebnisse auf Basis von Pilotversuchen zwischen 20. April und 1. Juni. Zum besseren Verständnis ging er auf die vorgefundene Ausgangssituation ein. Demnach verfügt die Kommune über eine Kläranlage mit simultaner aerober Schlammstabilisierung, ausgelegt auf 50 000 Einwohner. Gemäß einer Studie aus dem Jahr 2011 sowie einer weiteren von Februar 2015 müsse man zu dem Ergebnis kommen, dass die Anlage aufgrund des hohen Industrieabwasseranteils von weit über 75 Prozent überlastet sei.

Als sehr wasser- und damit auch abwasserintensive Betriebe nannte der Referent die Firma Ponnath sowie die Käserei. "Die Stromkosten liegen mittlerweile bei etwa 200 000 Euro pro Jahr, Tendenz steigend", sagte Haider. Da es keinen Faulbehälter gebe, sondern der Schlamm in den Belebungsbecken aerob stabilisiert werde, könne Strom nicht selbst produziert werden.

Durch die Vorbehandlung des Rohabwassers durch Flotation im Hauptstrom sowie den Bau eines Faulbehälters mit Gasspeicher und elektrischer sowie thermischer Gasverwertung könne, so Haider, die bestehende biologische Stufe wirksam entlastet werden. Gleichzeitig könne die benötigte Energie großteils selbst erzeugt werden.

17 verschiedene Versuche

Während des sechswöchigen Versuchsablaufes gab es 17 verschiedene Versuchseinstellungen, eine unterschiedliche Abwasserbelastung sowie Trocken- und Regenwetter. Als Investitionskosten für die Umstellung präsentierte Haider - je nach gewählter Variante - eine Summe zwischen 3,11 und 3,26 Millionen Euro. In welchem finanziellen Umfang die Industriebetriebe an der Maßnahme beteiligt werden sollten beziehungsweise könnten, diskutierten die Räte anschließend in nichtöffentlicher Sitzung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.