Kläranlage trübt die Bilanz

Kein drückender Schuldenberg lastet auf der Gemeinde Weiding, da könnte die Kommune eigentlich in eine rosige Zukunft blicken. Doch die Kläranlage macht allzu optimistischen Prognosen einen Strich durch die Rechnung.

Bei der Sitzung des Gemeinderates im Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses lag die Jahresrechnung der Kommune für 2014 vor. Trotz permanent rückläufiger Einwohnerzahlen ist Weiding seit 2008 schuldenfrei und verfügt außerdem über stattliche Rücklagen. Die Zukunftsperspektive trübte sich aber bei den anschließenden Beratungen und der Beschlussfassung für den Haushalt 2015 beträchtlich ein. Verantwortlich dafür ist die anstehenden Sanierung der Kläranlage. Außerdem gibt es unerwartete Kostensteigerungen und Ausgaben.

Budget für Rücklagen

Kämmerer Josef Meier präsentierte im Beisein seiner Nachfolgerin Lisa Biegerl die Eckdaten des vorjährigen Etats. Bei 646 513 Euro im Verwaltungs- und 467 818 Euro im Vermögenshaushalt und einem Volumen von 1 114 331 Euro gab es eine Zuführung von 80 831 Euro an den Vermögenshaushalt. 72 100 Euro konnten für Rücklagen bereitgestellt werden.

Die Rücklagen betrugen zum 31. Dezember 2014 stattliche 910 109 Euro. Einstimmig wurden die offengelegten über- und außerplanmäßigen Ausgaben gebilligt. Für den 11. August wurde die Überprüfung durch den Gemeinderat bei der Verwaltung vereinbart.

Anschließend ging es um den Haushalt 2015. 683 000 Euro sind für den Verwaltungshaushalt eingeplant, 380 000 Euro im Vermögenshaushalt. Das Haushaltsvolumen umfasst 1 073 000 Euro. Wichtigster Punkt im Haushalt ist dabei die Sanierung der 1993 erstellten Kläranlage, da für den Betrieb die wasserrechtliche Genehmigung ausläuft.

Ein Planungsbüro hat ermittelt, dass die Sanierung Kosten von etwa 1,1 Millionen Euro nach sich ziehen würde, zuzüglich 200 000 Euro Planungskosten. Für dieses Projekt gebe es keine Fördermöglichkeiten, die Kosten müssten ausschließlich von den Anliegern getragen werden. Deshalb soll nun bis 2016 eine tragbare Lösung gesucht werden.

Teuerer als geplant ist die Renovierung des Altars in der Setterl-Kapelle. Ein neuer Anstrich erfordert nun einen Haushaltsansatz von 35 000 Euro. Auch hier soll nach kostengünstigen Möglichkeiten gesucht werden. Die Gemeinde will sich außerdem um eine Reduzierung der Heizkosten für das von Vereinen genutzte ehemalige Schulgebäude bemühen.

Auf der Tagesordnung stand noch eine Stellenausschreibung für die Raumpflege in der ehemaligen Schule; acht Stunden pro Monat sind dafür veranschlagt. Interessenten können sich beim Bürgermeister oder in der Verwaltung zu melden.

Lösung in Sicht

Bürgermeister Manfred Dirscherl informierte noch über Pläne, ab 2016 einen Winterdienst zu etablieren, der heuer noch vom Landkreis erledigt wird. Inzwischen zeichne sich eine Lösung mit einem Unternehmer ab. Eine nichtöffentliche Sitzung schloss sich an.
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