Klage wegen spielender Kinder

Keine Menschenseele auf dem Schulsportplatz - so hat es der klagende Nachbar gerne. Bild: Hartl

Viele junge Ammerthaler Fußballer sind stolz auf ihre DJK, die wie der große Nachbar FC Amberg in der Bayernliga spielt. Am liebsten würde der Nachwuchs rund um die Uhr kicken. Auf dem Schulsportplatz zum Beispiel. Die Bürgermeisterin hat's erlaubt. Ein Anwohner hat was dagegen - und klagt vor dem Verwaltungsgericht.

Ammerthal. (tk) Bei der Bürgerversammlung konnte Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec nicht aus ihrer Haut. Ihr "mütterliches Selbstverständnis" zwinge sie förmlich dazu, ein Problem anzusprechen, das ihrer Meinung gar keines sein dürfe. Als sie 2008 den Chefsessel im Rathaus eingenommen hatte, ließ sie den Schulsportplatz öffnen, damit die Kinder und Jugendlichen dort auch in ihrer Freizeit in aller Ruhe Fußball spielen können. Mit diesem Entgegenkommen ist es jetzt vorbei. "Das Spielen ist aktuell strikt untersagt", bedauerte Sitter-Czarnec.

Ein Nachbar, dessen Name nicht genannt wurde, fühle sich vom Gebolze gestört und habe eine entsprechende Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Derzeit prüfe auch das Landratsamt, ob in der Kaiser-Heinrich-Straße die Bayernliga-Stars der Zukunft zusätzliche Trainingeinheiten absolvieren dürfen. Bis die Juristen zu einem Urteil gekommen sind, bleibt es bei der Platzsperre. Die Bürgermeisterin: "Ich wäre Eltern und Kindern sehr verbunden, wenn sie sich an dieses Spielverbot halten würden." Sitter-Czarnec wollte auf keinen Fall missverstanden werden: "Ich darf nochmals betonen, dass ich persönlich kein Verständnis für diese wachsende Intoleranz gegenüber spielenden Kindern habe."

Keiner der rund 80 Zuhörer widersprach der Rathauschefin, Gerda Schommer (Unabhängige Wählergemeinschaft) stärkte ihr verbal den Rücken: "Ich finde, das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Das ist doch krank."
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