Klamauk erster Güte

Mit dieser Mannschaft geht der Kreisverband des Hotel- und Gaststättenverbandes in die kommenden drei Jahre: Im Bild (von links) Gerlinde Lang, Bürgermeister Roland Grillmeier, Gabriele Hofmann, Peter Knott (Landratsamt), der neue Vorsitzende August Pöllath, Josef Kormann, Yvonne Rosner, Bezirksgeschäftsführer Ulrich J. Korb und Edda Pöllath. Bild: jr

So kennt man Ulrich Korb: Leidenschaftlich und humorvoll kämpft der Bezirksgeschäftsführer für die Belange der Wirte. Dass dabei die Politik nicht gut weg kommt, wen wundert's?

In der Jahresversammlung des Hotel- und Gaststättenverbandes in der Ausflugsgaststätte "Petersklause" beschäftigte sich Korb mit der zunehmenden Bürokratie, der die Gastronomen ausgesetzt ist. Demnächst werden sie sich auch mit einer Allergie-Dokumentation auseinandersetzen müssen. "Dies wird ein Klamauk erster Güte." Im Übrigen vermisste er die Unterstützung der Politik für den Ländlichen Raum. "Alles konzentriert sich auf die Speckgürtel rund um die Ballungsräume."

Mindestlohn und die Aufzeichnungspflichten waren weitere Themen. Korb wusste von Tausenden von Arbeitgeberüberprüfungen bei Deutschlands Wirten. Zudem kontrolliere der Zoll die Aufzeichnungen der Arbeitszeiten. Der Hotel- und Gaststättenverband fordere eine Zwölf-Sunden-Arbeitszeit am Tag. Voraussetzung dafür sei das Einverständnis des Mitarbeiters und natürlich der entsprechende Ausgleich.

Kritik an Gesetzen

Freilich werde es bis dahin noch ein weiter Weg sein. Weiteres Problem sei geltendes EU-Recht, das nur die Wochenarbeitszeit kenne. "Wenn Veranstaltungen sind braucht der Wirt halt die Leute. Die Gäste wollen schließlich bedient werden." In diesem Zusammenhang wusste er von zunehmender Kritik von Wirten an der aktuellen Gesetzeslage. Vor allem die Pflicht von Dokumentationen monierte er. Korb forderte einmal mehr vernünftige Arbeitszeitmodelle. Weiteres Thema war die Ausbildung. Auf seine Frage, wer im Landkreis das tue, meldete sich nur ein Betrieb. "Das ist alarmierend." Asylsuchende und Flüchtlinge in dem Bereich arbeiten zu lassen, sei äußerst schwierig, "eigentlich nicht durchführbar". Abschließendes Thema war das Kennzeichnen von allergenen Stoffen in Speisen. Korb machte darauf aufmerksam, dass dies ab Jahresbeginn 2016 sicher kontrolliert wird.

Bei den anschließenden Neuwahlen wurde August Pöllath, Wirt des Gasthofs und der Pension "Waldfrieden" aus Brand/Opf. zum Vorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge von Alfred Wedlich (Themenreuth) an, der nicht mehr kandidierte. Probleme bereitet dem Kreisverband die sinkende Mitgliederzahl. Aktuell gehören 92 Wirte dem Kreisverband an.

Wichtige Position

Landratsvertreter Roland Grillmeier lobte die Arbeit "Unsere Gastronomen und Wirte nehmen eine wichtige Position ein. Fast in jedem Ort ist eine Wirtschaft und das ist gut so." Dennoch forderte Grillmeier weitere Anstrengungen. Den Wirten prophezeite er eine gute Zukunft und nannte als Perspektive eine sogenannte "Genussregion". Für den erkrankten Kassier Alois Obst gab Josef Kormann den Finanzbericht, der zur Zufriedenheit der Mitglieder ausfiel.

Die neue Vorstandschaft wurde für die Dauer von drei Jahren gewählt. Kreisvorsitzender ist August Pöllath, seine Stellvertreterin bleibt Gabriele Hofmann (Waldsassen). Weiterer Stellvertreter ist Josef Kormann (Kemnath). Schriftführerin Gerlinde Lang (Großbüchlberg), Kassierer Alois Obst (Pechbrunn). Kassenrevisoren sind Wolfgang Sperber (Waldsassen), Edda Pöllath (Brand) und Yvonne Rosner (Münchenreuth). Bezirksdelegierte sind August Pöllath und Gabriele Hofmann. Abschließend dankte der neue Kreisvorsitzende seinem Vorgänger für die Arbeit in den vergangenen Jahren.
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