Klares Nein zu Werbe-Ungetüm

Gut erholt haben sich die Mitglieder des Gemeinderates in den "Sommerferien". Bei der Sitzung am Montag jedenfalls wurden fast alle Beschlüsse einstimmig gefasst.

Auf der Tagesordnung standen neben zwei Bauanträgen und einem Zuschussantrag auch die Vorschläge von Bürgern für die künftige Nutzung des "gelebten Museums" in Mähring. Ebenso die Genehmigung von zwei Windkraftanlagen durch das Landratsamt (Bericht folgt).

Bürgermeister Josef Schmidkonz berichtete bei dem Treffen am Montag über den aktuellen Stand bei der Verbesserung der Breitbandversorgung. Nachdem der Vertrag mit der Telekom abgeschlossen wurde, sollen bis August 2016 die Anschlüsse zu allen Häusern verlegt werden. Für den Netzanschluss des ehemaligen Schul- und Rathauses in Mähring wurde mit dem Bayernwerk ein Vertrag geschlossen.

Ausnahmsweise wurde einmal ein Bauantrag vom Gremium einstimmig abgelehnt. Eine Seltenheit, wie Bürgermeister Schmidkonz betonte. Diskutiert wurde über den Bauantrag der "OB-DA Außenwerbung" aus Ober-Ramstadt, die in Poppenreuth (auf dem Grundstück des Telekom-Gebäudes) eine Plakatwerbetafel errichten wollte. Dem Gemeindeoberhaupt gefiel es überhaupt nicht, dass die 2,70 Meter hohe Tafel auch noch 1,40 Meter über dem Boden und quer zur Fahrtrichtung stehen soll. Schmidkonz hat sich deshalb schon beim Landratsamt erkundigt. "Wenn wir den Bauantrag nicht befürworten, wird er nochmals vom Landratsamt geprüft."

Beeinträchtigung der Sicht

Siegfried Scharnagl fand "so ein Ungetüm" unvorteilhaft für einen kleinen Ort wie Poppenreuth. Auch Wolfgang Meisl empfand die Tafel als Beeinträchtigung, die die Sicht behindern würde. Klaus Schöner fragte nach, ob die Gemeinde bzw. die Firmen in der Gemeinde etwas von der Tafel haben, was verneint wurde. German Hartmann fand nicht gut, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf den Inhalt der Werbung hat. Laut Peter Meyer würden die Verkehrsteilnehmer abgelenkt, weil die Tafel so groß ist. Vertagt wurde der Antrag von Erna Weis, Brigitte Breusch-Veittinger und Joachim Breusch für eine Nutzungs- und Hausordnung des "gelebten Museums" in Mähring. "Es ist schön, wenn sich Bürger Gedanken machen. Und es sind wirklich sehr gute Gedanken dabei, wie es mit dem Haus weiter geht", meinte der Bürgermeister. Dennoch sollte das Haus erst einmal eingeweiht werden, bevor man über eine Nutzung und Hausordnung redet.

Die Einweihung findet am 9. Oktober statt. Dazu wird hoher Besuch erwartet: Finanzminister Markus Söder will an diesem Tag nach Mähring kommen. Schmidkonz und die Gemeinderäte bedankten sich aber schon vorab bei den Bürgern für die hilfreichen Vorschläge.

Einstimmig stattgegeben wurde dem Zuschussantrag der Großkonreuther Blasmusik. Es wurde lange diskutiert über die Höhe des Zuschusses, um andere Vereine nicht zu benachteiligen, die ebenfalls Jugendarbeit betreiben. Herausgehoben wurde das Programm "Kultur macht stark", das den jungen Leuten vor Ort eine Musikausbildung und Förderung ermöglichen würde. "Der Verein hat dafür selber Instrumente angeschafft, damit Jugendliche sie ausprobieren können", so Schmidkonz.

Gelebte Kultur

Nachdem nun auch noch die Lautsprecheranlage nach 25 Jahren kaputt ging, muss Ersatz (rund 10 000 Euro) angeschafft werden. Beschlossen wurde ein Zuschuss von 5 Prozent. Wolfgang Meisl lobte die Blasmusik, die bei allen Veranstaltungen auftritt. "Ohne unsere Blasmusik ist die Gemeinde tot", fand er. Schmidkonz betonte, dass die Musiker alle gemeindlichen Feste umrahmen und auch für die Feier "25 Jahre Grenzöffnung" mit 15 Mann in Tschechien umsonst gespielt haben. " German Hartmann bedankte sich für das große ehrenamtliche Engagement der Blaskapelle und die tolle Ausbildung. "Diese Nachwuchsförderung ist gelebte Kultur." Er hätte sogar 10 Prozent Förderung akzeptiert.
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