"Klassenerhalt nicht utopisch"

Markus Mühling, Trainer der DJK Ammerthal seit sieben Spielen. Ein Sieg, sechs Niederlagen sind seine bisherige Bilanz. Bild: Ziegler

Schon früh in der Saison greift der Vorstand zum letzten Mittel und entlässt Andreas Speer. Anfang September kommt Markus Mühling. Der feiert bei der DJK Ammerthal einen Traumeinstand, erlebt seitdem aber einen Alptraum.

Zuletzt 6 Niederlagen am Stück, 12 Gegentreffer alleine in den beiden letzten Spielen - Tabellenplatz 17 nach Ende der Vorrunde in der Fußball-Bayernliga Nord. Von der Aufbruchstimmung nach dem Trainerwechsel ist längst nichts mehr zu spüren. Die magere Bilanz von Markus Mühling: 3 Punkte aus 7 Spielen. Doch der 35-Jährige glaubt fest an seine Mannschaft ("Sie hat die Qualität, die Liga zu halten") - und an den Klassenerhalt: "Das ist machbar."

0:5 in Weiden, 0:7 gegen Aschaffenburg, am Samstag in Großbardorf. Können Sie eigentlich noch ruhig schlafen, Herr Mühling?

(lacht) Ich hatte schon angenehmere Nächte... Im Ernst: Solche Ergebnisse belasten natürlich schon, man macht sich viele Gedanken.

Mit welchem Ergebnis? Haben Sie eine Erklärung für die hohen Niederlagen?

Der Mannschaft fehlt die Erfahrung - und ein Führungsspieler, der die anderen mitreißt. Wir können nicht immer von fehlendem Glück reden, auch wenn wir oft Pech hatten. Irgendwann ist es einfach auch eine Qualitätsfrage.

Das heißt, dem Kader fehlt die Qualität für die Bayernliga?

Gegen Weiden und Aschaffenburg waren wir chancenlos, das stimmt. Aber sonst gab es kein Spiel, in dem wir hoffnungslos unterlegen waren. Die Qualität, die Liga zu halten, ist da. Ich glaube fest daran, dass wir sogar die Relegation vermeiden werden.

Das klingt nach 6 Niederlagen in Serie und Platz 17 fast schon verwegen...

Schon klar! Wir bekommen momentan richtig auf die Fresse. Aber ich sehe die Jungs ja im Training, spreche viel mit ihnen. Alle sind positiv und haben den absoluten Willen. Wäre das nicht so, würden die Alarmsirenen ganz anders schrillen. Auf Platz 14 sind es 6 Punkte Rückstand. Das ist nichts Utopisches, das ist machbar.

Sie hatten mit dem 1:0-Sieg gegen Würzburg ein gelungenes Debüt in Ammerthal. Danach folgten nur noch Niederlagen. Warum verpuffte der Trainerwechsel-Effekt so schnell?

Es gibt dafür einige Gründe. Beispielsweise, dass ich Woche für Woche die Mannschaft ändern musste. Ich konnte bisher nicht zweimal hintereinander die gleiche Formation spielen lassen.

Bei Ihrem Amtsantritt kündigten Sie an, ein neues System einzuführen, dem Spiel der DJK Ammerthal Ihre Handschrift zu verpassen. Konnten Sie von Ihren Ideen schon etwas umsetzen?

Nein, gar nichts. Wir sind meilenweit davon entfernt, wie ich mir das vorstelle. Es war schnell klar, dass die Spieler das auf die Schnelle nicht umsetzen können. Dann haben wir gesagt: Wir fahren komplett zurück, spielen wie bisher und starten in der Winterpause neu. Hätte ich geahnt, wie die letzten Spiele verlaufen würden - wir hätten gleich umstellen können.

Sie übernahmen die Mannschaft auf Tabellenplatz 15. Nach nur 3 Punkten in 7 Spielen liegt sie nun auf Rang 17. Ist das Projekt "Markus Mühling - DJK Ammerthal" schon gescheitert?

Es ist selbstverständlich nicht gescheitert. Es wäre fatal, das nach nur 6 Wochen zu sagen. Es war ja ein Sprung ins kalte Wasser, ich hatte keine gemeinsame Vorbereitung mit der Mannschaft. Um seine Vorstellungen umzusetzen, braucht man ein bisschen Zeit.

Bekommen Sie die?

Ich hoffe es und habe schon das Gefühl, dass die Verantwortlichen die Geduld haben.

Geduld ist das eine, hoffen Sie auch auf die ein oder andere Verstärkung?

Nötig wären ein Stürmer und ein Spielmacher. Ich hoffe zwar, dass wir mit dem bisherigen Kader durchkommen, dass sich von den bisherigen Spielern welche für diese beiden Positionen aufdrängen. Wenn nicht, sollten wir in der Winterpause nachlegen.

Bereuen Sie eigentlich Ihre Entscheidung, nach Ammerthal gegangen zu sein?

Ammerthal bereue ich ganz und gar nicht. Ich habe aber gelernt, dass es wahnsinnig schwierig ist, in einer laufenden Saison einzusteigen und mit einer Mannschaft zu arbeiten, die man nicht selbst zusammengestellt hat.
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