Kleinod des Steinwalds

Der Poppenreuther Kirchenchor gestaltete das Kirchenjubiläum am Sonntag mit sakralen Gesängen. Bild: ubb

Mit einem Festgottesdienst und einem Weißwurstfrühstück feierten Katholiken aus Poppenreuth und Umgebung den 80. Geburtstag ihres Gotteshauses. Die Messe in Mariä Heimsuchung zelebrierte der Waldershofer Stadtpfarrer Bernd Philipp.

Im Vergleich zu vielen Gotteshäusern in der Region ist Mariä Heimsuchung in Poppenreuth noch ziemlich jung. Dabei ist es ein Glücksfall, dass es diese Kirche überhaupt gibt. Vor fast 200 Jahren stand der Abriss der ehemaligen Schlosskapelle zur Debatte. Freiherrn von Nothaft zu Friedenfels ist es zu verdanken, dass die Inneneinrichtung erhalten blieb: Dazu gehören der wertvolle Nepomuk-Altar in Akanthustechnik und der Hochaltar mit der Krone Böhmens.

Beide schmücken die Kirche Mariä Heimsuchung, die unter großen Mühen errichtet wurde und 1935 eingeweiht werden konnte. Seither werden die runden "Geburtstage" des schönen Gotteshauses, dessen Turm hoch über Poppenreuth hinausragt, besonders gefeiert. Und es scheint ein wenig, als sei dieser Ort begnadet. Schließlich stammen sieben Priester aus Poppenreuth, unter ihnen Pfarrer Ludwig Steinhauser und Johannes Kappauf. Der letzte "eigene" Pfarrer, August Sparrer, ging 2010 in Ruhestand. Für die Seelsorge in der Expositur ist der Waldershofer Pfarrer zuständig. Bernd Philipp stellte sich am Sonntag vor der Messe den Gläubigen vor und betonte, dass sein Haus und sein Herz allen offen stehe. "Mich freut es als gebürtiger Nageler sehr, dass ich jetzt hier Priester sein darf." Zum Jubiläum ging er kurz auf die Geschichte der Kirche ein. Fündig sei er in einem Zeitungsbericht vor 80 Jahren geworden. Dort stand unter anderem viel über den Fleiß des damaligen Expositus Karl Rüth zu lesen und dass sich Baronin von Gemmingen sehr für den Bau der Kirche eingesetzt habe. Damals, erzählte Bernd Philipp weiter, hätten Arbeitslose unentgeltlich für die Kirche die Steine gebrochen. Dass Architekt Holzbauer mit Mariä Heimsuchung ein "eigenartig sehenswertes Bauwerk" geschaffen habe, wie die Zeitung vor 80 Jahren schrieb, sehe jeder selbst. Die Poppenreuther könnten stolz auf ihr Kleinod sein. Das drückten sie beim Festgottesdienst auch aus: In dem mit Sonnenblumen und Gestecken besonders geschmückten Kirchenschiff grüßten die Gläubigen und der Kirchenchor sowie Pfarrer Bernd Philipp mit sakralen Lobgesängen Gott und seine Poppenreuther Heimstätte.
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